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«Eine grosse Wunde in mir»

Ein Jahr lang sass der türkische Journalist Ahmet Sik im Gefängnis, weil er angeblich Mitglied eines Terrornetzwerks sei. Letzte Woche kam er frei. Er sagt, sein Land kenne keine unabhängige Presse.

Marsch für die Pressefreiheit: Journalisten und Aktivisten in Ankara vor einem Jahr.
Marsch für die Pressefreiheit: Journalisten und Aktivisten in Ankara vor einem Jahr.
Umit Bektas, Keystone

Herr Sik, jetzt, da Sie frei sind, werden Sie auch bald wieder an der Bilgi-Universität in Istanbul Journalismus lehren. Wie steht es um die türkische Presse?

Im Gefängnis habe ich etwas getan, was ich sonst nie tun würde: Ich habe mir die unzähligen politischen Talkshows angetan. Die Qualität der Debatte ist so armselig – es ist eine Qual. Die türkischen Medien sind wirklich in einem grauenhaften Zustand. Jetzt sitzen noch immer 100 Journalisten hinter Gittern. Aber wissen Sie: Das grösste Problem hier sind nicht die Journalisten im Gefängnis, sondern die, die draussen sind. Die stecken in einem noch grösseren Käfig.

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