Zum Hauptinhalt springen

«Er sagt, dass er unschuldig ist»

Der Internationale Strafgerichtshof hat bestätigt, indirekt mit Ghadhafis Sohn über die Auslieferung zu verhandeln. Doch der Chefankläger zieht auch eine andere Möglichkeit in Betracht.

ami/dapd
Schon bald in einer Zelle in Den Haag? Ghadhafis Sohn Saif al-Islam (Archivbild).
Schon bald in einer Zelle in Den Haag? Ghadhafis Sohn Saif al-Islam (Archivbild).
Reuters

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat indirekt Kontakt zu dem von ihm gesuchten Sohn des getöteten libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi aufgenommen. Über Mittelsmänner liefen Gespräche mit Seif al Islam Gaddafi, sagte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo. Es gehe darum, ob sich der 39-Jährige möglicherweise dem Haager Tribunal stelle.

«Er sagt, dass er unschuldig ist und seine Unschuld beweisen will», erklärte Moreno-Ocampo. Das Gericht habe in den Kontaktgesprächen ein faires Verfahren zugesichert und auf eine Frage Gaddafis mit der Zusage reagiert, dass er im Falle eines Freispruchs Zuflucht ausserhalb Libyens suchen könne. Wo sich der wegen mutmasslicher Menschenrechtsverbrechen Gesuchte genau aufhalte, wisse er nicht, sagte Moreno-Ocampo.

Auf dem Weg nach Mali

Berichten zufolge soll der Gaddafi-Sohn sich auf dem Weg durch die Wüste nach Mali befinden. Er gehe davon aus, dass Söldner dem Flüchtenden angeboten hätten, für ihn Zuflucht in einem afrikanischen Land zu finden, das nicht an den Strafgerichtshof ausliefere, erklärte Moreno-Ocampo. Als eine Möglichkeit nannte er Zimbabwe. Das Gericht habe Kontakt zu anderen Ländern aufgenommen, um mit Hilfe von Luftraumsperrungen für eine Maschine mit Gaddafi an Bord eine solche Flucht zu verhindern.

Im Falle des früheren libyschen Machthabers wartet der Gerichtshof nach eigenen Angaben noch auf Dokumente, die den Tod Muammar Gaddafis belegen, bevor die Akte offiziell geschlossen werden kann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch