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Erdogan verlangt Stopp der russischen Luftangriffe in Syrien

Solange Russland Syrien unter Beschuss nimmt, werde der Flüchtlingsstrom nicht abreissen, sagte der türkische Staatschef Racep Tayyip Erdogan.

«Wie sollen wir so den Flüchtlingsstrom stoppen?» Recep Tayyip Erdogan auf Staatsbesuch in Ecuador. (4. Februar 2016)
«Wie sollen wir so den Flüchtlingsstrom stoppen?» Recep Tayyip Erdogan auf Staatsbesuch in Ecuador. (4. Februar 2016)
Dolores Ochoa, Keystone

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat ein Ende der russischen Bombenangriffe in Syrien gefordert. Nur so könne der Flüchtlingsstrom in die Türkei gebremst werden, erklärte Erdogan am Donnerstag bei einem Besuch in Ecuador.

Nach den letzten Angriffen in Aleppo seien tausende Syrer an die Grenze zur Türkei geflüchtet, sagte Erdogan. «Unsere europäischen Freunde wollen, dass wir den Flüchtlingsstrom stoppen, wie können wir dies tun, wenn Russland und das (syrische) Regime diese Menschen bombardieren?», sagte Erdogan in Quito zum Abschluss von Gesprächen mit seinem ecuadorianischen Amtskollegen Rafael Correa.

Türkei nahm 2,5 Millionen Flüchtlinge auf

Ein Aufhalten der Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei bei anhaltenden Luftangriffen sei keine vernünftige Lösung. Die auf den 25. Februar vertagten Friedensgespräche in Genf könnten nur Erfolgsaussichten haben, wenn die Bombardements eingestellt werden.

Syrische Regierungstruppen waren in den vergangenen Tagen unterstützt von russischen Luftangriffen nördlich der Grossstadt Aleppo vorgerückt. Die Türkei hat nach Angaben Erdogans bislang 2,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.

Der Staatshaushalt sei dadurch um neun Milliarden Dollar belastet worden. Die Vereinten Nationen hätten die Türkei mit nur 455 Millionen Dollar unterstützt.

Weltbank schätzt Verluste auf 35 Milliarden

Die Weltbank hat die Verluste durch den Bürgerkrieg in Syrien auf 35 Milliarden Dollar beziffert. Der Krieg soll Syrien, die Türkei, den Libanon, Jordanien, den Irak und Ägypten geschätzte 35 Milliarden Dollar an fehlender wirtschaftlicher Entwicklung gekostet haben.

Alle Nachbarstaaten Syriens seien wegen des Konflikts «einem enormen Haushaltsdruck» ausgesetzt, erklärte die Weltbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Nahost-Quartalsbericht. Der Bericht weist auch auf die finanzielle Belastung durch die hohe Zahl von Flüchtlingen hin, die in den Aufnahmeländern zumeist arbeitslos seien.

In Syrien gibt es seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor fast fünf Jahren rund 13 Millionen Binnenvertriebene, weitere vier Millionen Flüchtlinge halten sich in den angrenzenden Staaten auf. Rund 260'000 Menschen wurden nach UNO-Schätzungen in dem Konflikt getötet.

(SDA)

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