Erste verschleppte Schülerin kommt frei

Ein Mädchen, das vor zwei Jahren in der nigerianischen Stadt Chibok in die Hände der Terrororganisation Boko Haram gelang, ist wieder aufgetaucht. Sie wurde nahe der Grenze zu Kamerun entdeckt.

Erstes Enfühungsopfer wieder aufgetaucht: Über 200 Schülerinnen aus der nordnigerianischen Stadt Chibok wurden im April 2014 von der radikalislamischen Miliz Boko Haram entführt. (12. Mai 2014)

Erstes Enfühungsopfer wieder aufgetaucht: Über 200 Schülerinnen aus der nordnigerianischen Stadt Chibok wurden im April 2014 von der radikalislamischen Miliz Boko Haram entführt. (12. Mai 2014) Bild: AP/Keystone

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Zwei Jahre nach der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria ist eines der Mädchen gefunden und befreit worden. Ein Suchtrupp aus Zivilisten habe Amina Ali im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno aufgegriffen und zurück zu ihren Eltern gebracht, teilten Sprecher der Opferfamilien am Mittwoch mit.

Die mittlerweile 19-Jährige war eine von 219 Schülerinnen, die seit April 2014 in der Hand der radikalislamischen Miliz Boko Haram sind. Von den übrigen Mädchen fehlt nach wie vor jede Spur. Offenbar sei das nun befreite Mädchen in der Gefangenschaft schwanger geworden und habe ein Kind geboren, verlautete aus mehreren Quellen. Bestätigt wurde dies gegenüber AFP vom Sprecher der Opferfamilien, Ayuba Alamson Chibok, vom Vorsitzenden der Elterngruppe der entführten Mädchen, Yakubu Nkeki, und von einem Sprecher der Gruppe Bring Back Our Girls, Tsambido Hosea Abana.

Der Sambisa-Wald gilt als eine Bastion von Boko Haram. Die Behörden vermuten dort weitere der entführten Mädchen. Die nigerianische Armee ist in der Gegend seit Wochen im Einsatz.

20'000 Menschen bisher getötet

Boko-Haram-Kämpfer hatten am Abend des 14. April 2014 insgesamt 276 Mädchen aus einer staatlichen Schule im nordöstlich gelegenen Chibok verschleppt. 57 Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht, die übrigen 219 galten als vermisst.

Die radikalislamische Miliz kämpft seit mehreren Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20'000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Boko Haram lehnt westliche Bildung ab und hat zudem tausende Mädchen und Frauen, um sie als Sexsklavinnen oder sogar Selbstmordattentäterinnen zu missbrauchen, verschleppt. Jungen und Männer werden entführt, um sie zum Kampf zu zwingen. Das Militär hat mittlerweile Tausende Boko-Haram-Geiseln befreit. Chibok-Mädchen waren bis Dienstag aber nicht darunter. (bee)

Erstellt: 18.05.2016, 15:59 Uhr

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