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USA drohen, syrische Kampfjets abzuschiessen

Den Warnungen der USA zum Trotz, fliegen die Truppen des Präsidenten Assad erneut Einsätze gegen kurdische Stellungen in Hassaka.

US-Luftwaffe schützt nach Luftangriff in Hassaka seine Bodentruppe: Ein Kampfjet landet auf dem US-Stützpunkt der Marine im Persischen Golf. (Symbolbild)
US-Luftwaffe schützt nach Luftangriff in Hassaka seine Bodentruppe: Ein Kampfjet landet auf dem US-Stützpunkt der Marine im Persischen Golf. (Symbolbild)
AP Photo/Hasan Jamali, Keystone

Trotz einer Warnung der US-Streitkräfte haben syrische Kampfflugzeuge erneut Einsätze gegen kurdische Stellungen in Hasaka geflogen. Flugzeuge der syrischen Luftwaffe waren bis in die frühen Morgenstunden über der Stadt im Nordosten Syriens zu hören, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) heute mitteilte.

Die mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündeten Russen hätten allerdings klargestellt, dass die Luftangriffe nicht von ihnen ausgegangen seien, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis.

Die syrische Luftwaffe hatte am Donnerstag erstmals Luftangriffe auf Stellungen der kurdischen Kräfte in Hasaka geflogen, nachdem sich am Mittwoch die Kurden und syrische Regierungstruppen Kämpfe geliefert hatten. In Hasaka gab es bislang eine friedliche, wenn auch spannungsvolle Koexistenz zwischen kurdischen Kräften und den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Nach dem Einsatz der syrischen Luftwaffe gegen Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die als syrischer Arm der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angesehen werden, intervenierte die US-Luftwaffe am Donnerstag mit eigenen Kampfflugzeugen, um die an der Seite der Kurden eingesetzten US-Militärberater zu schützen.

Kurden als einzige erfolgreich gegen IS

Die Kurden sind ein wichtiger und erfolgreicher Verbündeter der US-geführten Militärkoalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Gegen die sunnitischen Fanatiker unter ihrem selbst ernannten «Kalifen» Abu Bakr al-Baghdadi haben die Kurden bisher als einzige nennenswerte Geländegewinne erzielen können; die irakische Armee hat dagegen keine gute Figur gemacht – trotz teurer Ausrüstung.

Zwar trafen sie laut der Beobachtungsstelle die syrischen Kampfjets nicht mehr an, doch war es das erste Mal, dass die US-Luftwaffe direkt auf eine Aktion der syrischen Luftwaffe reagierte.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, mit dem Einsatz hätten die US-Streitkräfte klar machen wollen, dass sie Angriffe auf die «Koalitionskräfte» nicht hinnehmen würden. Es warnte die syrischen Regierungstruppen davor, die «Koalitionskräfte» in Gefahr zu bringen.

Türkei will neuerdings Friedensstifter sein

Den syrischen Angriffen auf die Kurden ging eine politische und militärische Annäherung der Türkei mit Russland voraus, das den syrischen Präsidenten Assad unterstützt.

Zudem rückt die Türkei offenbar von ihrer bislang kompromisslosen Forderung nach einen Rücktritt Assads ab. In einer Übergangsregierung könnte man ihn noch akzeptieren, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim heute. In der Zukunft dürfe Assad aber keine Rolle mehr in Syrien spielen.

Die Türkei wird nach Yildirims Worten in den kommenden Monaten eine aktivere Rolle im Syrien-Konflikt übernehmen. Damit solle eine Spaltung des Landes entlang ethnischer Grenzen verhindert werden, sagte er heute vor Journalisten in Istanbul. Dies sei für die Türkei von wesentlicher Bedeutung.

Yildirim äusserte sich zudem optimistisch, dass der Iran, die arabischen Golfstaaten, Russland und die USA trotz zum Teil gegensätzlicher Positionen zusammenarbeiten könnten, um gemeinsam eine Lösung für Syrien zu finden.

SDA/foa

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