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Es wird ein langer Kampf werden

Der TA-Korrespondent in Kairo über die islamistischen Bedrohungen in Libyen und im Irak.

Libyen, der Irak, Syrien. Konflikte, in denen die militanten Islamisten auf dem Siegeszug zu sein scheinen. In Libyen hat jetzt eine Extremisten-Miliz den Flug­hafen der Hauptstadt Tripolis erobert. Aber was heisst schon erobert: Die Militanten haben den wichtigsten Airport des Landes zerstört, samt den Jets. Die gegnerischen Kämpfer sind fürs Erste geflohen. Sie werden wiederkommen. Neue Gefechte, noch mehr Opfer, eine zerschlagene Infrastruktur. So wird Libyen drei Jahre nach dem Ende der Ghadhafi-Diktatur kaum den Weg finden zu einem gefestigten Staatswesen.

Die Islamisten haben bei den Wahlen schlecht abgeschnitten. Also lassen sie ihre Milizen von der Leine, erklären das neu gewählte Parlament für illegitim. Ihre Gegner sind kein bisschen besser. Und im ­Osten lässt ein säkularer General seine Jets nach ­Herzenslust ­Bomben abwerfen. Er sagt, er wolle das Land von der Milizen-Willkür befreien. Was er wirklich will, liegt auf der Hand: die Macht. Welchen Weg Libyen nehmen wird, lässt sich schwer abschätzen. Ein Bürgerkrieg oder eine Zukunft als gescheiterter Staat sind reale Szenarien. Es wäre ein Land, das als Trainingslager zur nordafrikanischen Basis für den Jihad wird.

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