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Ex-Terrorgruppe kommt in Luxor an die Macht

Präsident Mohammed Mursi ernennt einen radikalen Islamisten zum Provinzgouverneur von Luxor. Dieser gehörte zu jener Gruppierung, die 1997 den Terroranschlag verübte – damals starben auch 36 Schweizer.

Der Gewalt abgeschworen: Mitglieder der Gruppierung Gamaa al-Islamiya beten in einer Moschee in Assiut. (17. März 2013)
Der Gewalt abgeschworen: Mitglieder der Gruppierung Gamaa al-Islamiya beten in einer Moschee in Assiut. (17. März 2013)
Keystone

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat gestern 17 neue Gouverneure ernannt. Sieben von ihnen sind Mitglieder der islamistischen Muslimbruderschaft. Die Gruppe kontrolliert nun zehn der 27 Provinzen des Landes, ihr Einfluss nimmt damit weiter zu.

Die ägyptische Opposition ist besorgt. Einige der von den Muslimbrüdern neu besetzten Gebiete sind Hochburgen der Opposition, darunter das Nildelta und Gharbia. Militär- und Polizeigeneräle leiten zudem mindestens neun der ägyptischen Regionen – eine «Rückkehr in die Ära des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak», schreibt die US-Zeitung «Washington Post».

Verantwortlich für die Toten von Luxor

Doch nicht nur die politische Ausrichtung der neuen Gouverneure, auch deren Vergangenheit ist teilweise umstritten, wie die «Washington Post» weiter berichtet. Einer von ihnen, Adel al-Khayat, ist Mitglied der Gruppierung Gamaa al-Islamiya: früher eine Gruppe militanter Islamisten, heute eine politische Partei. Gamaa al-Islamiya übernahm 1997 die Verantwortung für den Terroranschlag im ägyptischen Luxor, bei dem 68 Touristen starben, darunter 36 Schweizer. Khayat wurde zum neuen Gouverneur von ebendiesem Ort ernannt.

In der ägyptischen Tempelstadt regt sich nun Protest gegen die Ernennung al-Khayats. Die Besitzer mehrerer Tourismusunternehmen kündigten am frühen Montagmorgen Demonstrationen sowie eine Blockade des Gouverneursgebäudes an. Gleichzeitig forderten sie die Wiedereinsetzung des bisherigen Gouverneurs Essat Saad.

Sie erklärten, es sei ein Skandal, dass Präsident Mohammed Mursi mit al-Khayat ausgerechnet in einer Stadt, die hauptsächlich vom Tourismus lebe, ein führendes Mitglied der Gamaa al-Islamiya für den Posten ausgewählt habe. Die Islamisten-Bewegung, die inzwischen offiziell der Gewalt abgeschworen hat, trägt die Schuld für zahlreiche Angriffe auf Touristen in den 90er Jahren.

SDA/fko

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