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Feuerball über Homs – Dutzende Tote

Zum ersten Mal seit einem Jahr wagte sich Syriens Präsident Assad aus seiner Hochburg Damaskus. In Homs griffen Rebellen offenbar ein Waffenlager an, bei den gewaltigen Explosionen starben Dutzende Menschen.

Gewaltige Explosionen: In der syrischen Grossstadt Homs sollen ganze Strassenzüge in Schutt und Asche gelegt worden sein. (Video: Reuters)

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat heute Donnerstag seine Truppen in einem Vorort von Damaskus besucht. Bei seiner ersten – öffentlich bekanntgewordenen – Reise ausserhalb der Hauptstadt seit mehr als einem Jahr äusserte er sich zuversichtlich, dass seine Soldaten den Bürgerkrieg gewinnen. Gleichzeitig griffen Rebellen in der umkämpften Stadt Homs offenbar ein Waffenlager an: Mindestens 40 Menschen kamen dort bei gewaltigen Explosionen ums Leben.

Über einem von Regierungstruppen kontrollierten Teil von Homs war ein riesiger Feuerball zu sehen. Bewohner berichteten von einer Serie von Explosionen, die eine Stunde lang andauerten und ganze Strassenzüge in Schutt und Asche legten. Sowohl das der Opposition nahestehende Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte als auch ein Sprecher der Provinzregierung bestätigten, dass die Explosionen durch einen Raketenangriff der zuletzt immer mehr zurückgedrängten Rebellen ausgelöst worden waren.

Ort der Explosionen noch nicht lokalisiert

Der genaue Ort des Angriffs war allerdings nicht klar. Der Gouverneurssprecher sagte, rund zehn Raketen seien in dem Viertel Sahra und einem nahe gelegenen Sportstadion eingeschlagen, wo es daraufhin zu einem Brand und Explosionen gekommen sei. Er berichtete von mehreren Toten und mindestens 130 Verletzten. Das Beobachtungszentrum hingegen teilte mit, der Angriff habe einem Waffenlager gegolten, dabei seien mindestens 40 Menschen getötet und 120 verletzt wurden. Ein Bewohner von Homs sagte der Nachrichtenagentur AP, die Explosionen seien aus den überwiegend regimetreuen Vierteln Wadi Dahab und Al-Walid zu hören gewesen, in denen die Regierungstruppen Waffenlager haben.

Assad traf derweil anlässlich des «Tags der syrischen Armee» mit Soldaten zusammen. Das Staatsfernsehen nannte keine Details zu dem Besuch in dem Damaszener Vorort Daraja. Auf der Facebook-Seite des Präsidentenbüros wurde ein Foto von Assad veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie er offenbar vor einem beschädigten Gebäude in der Stadt mit zwei Soldaten spricht.

Der südlich von Damaskus gelegene Ort Daraja stand mehrere Monate lang unter der Kontrolle der Rebellen. Die Regierungsstreitkräfte konnten die Ortschaft Anfang des Jahres aber nach wochenlangen Gefechten wieder einnehmen. Mit dem Besuch in Daraja wollte Assad offenbar angesichts des seit knapp zweieinhalb Jahren dauernden Bürgerkriegs Zuversicht signalisieren.

Assad: Von einem Sieg überzeugt

In einer Erklärung lobte der Staatschef die Regierungstruppen. «Ihr habt die ganze Welt mit eurer Standhaftigkeit und Fähigkeit verblüfft, Schwierigkeiten zu überwinden und im Angesicht des heftigsten barbarischen Kriegs, den die moderne Geschichte je erlebt hat, Erfolge zu erzielen.»

Er sei zuversichtlich, dass die Regierungssoldaten den Bürgerkrieg gewinnen, erklärte Assad. «Wären wir in Syrien nicht von einem Sieg überzeugt gewesen, wären wir nicht dazu in der Lage gewesen, (mehr als zwei Jahre lang) Widerstand zu leisten», sagte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Sana.

Assads Besuch in Daraja ist seine erste bekannte öffentliche Reise ausserhalb von Damaskus seit über einem Jahr. Zuletzt hatte er den Bezirk Baba Amr in der zentralsyrischen Stadt Homs besucht, nachdem Regierungstruppen die Gegend im März 2012 von den Rebellen erobert hatten.

Seit März 2011 versuchen Aufständische, die Regierung von Assad, dessen Familie seit vier Jahrzehnten das Land regiert, zu stürzen. Dem syrischen Bürgerkrieg sind nach UN-Angaben bereits mehr als 100'000 Menschen zum Opfer gefallen. Millionen von Syrern wurden wegen der Gewalt zu Flüchtlingen.

AP/fko

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