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Papst und Grossimam unterzeichnen Erklärung

Papst Franziskus fordert von allen Religionen mehr Einsatz gegen Terror, Kriege und Ungleichheit.

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Papst Franziskus hat auf dem Rückflug von Abu Dhabi gegenüber Journalisten eingeräumt, das Nonnen durch Priester und Bischöfe sexuell missbraucht wurden.
Papst Franziskus hat auf dem Rückflug von Abu Dhabi gegenüber Journalisten eingeräumt, das Nonnen durch Priester und Bischöfe sexuell missbraucht wurden.
(Tony Gentile, Keystone
Die Angaben zur Anzahl der Messebesucher schwankt zwischen 130'000 und 180'000 Menschen. Auch etwa 4000 Muslime kamen in das Stadion, wo ein paar Tage zuvor der Finale der Fussball-Asienmeisterschaft stattgefunden hatte.
Die Angaben zur Anzahl der Messebesucher schwankt zwischen 130'000 und 180'000 Menschen. Auch etwa 4000 Muslime kamen in das Stadion, wo ein paar Tage zuvor der Finale der Fussball-Asienmeisterschaft stattgefunden hatte.
Vatican Media, AFP
Während der Fahrt ins Stadion rennt ein Mädchen auf den Papst zu. Als die Security es aufhalten will, stoppt Franziskus das Fahrzeug und wendet sich dem Kind zu.
Während der Fahrt ins Stadion rennt ein Mädchen auf den Papst zu. Als die Security es aufhalten will, stoppt Franziskus das Fahrzeug und wendet sich dem Kind zu.
AFP
Papst Franziskus unterzeichnete mit dem Grossimam der islamischen Al-Azhar-Universität von Kairo eine Erklärung, die sich klar gegen Gewalt und Terrorismus wendet. (4. Februar 2019)
Papst Franziskus unterzeichnete mit dem Grossimam der islamischen Al-Azhar-Universität von Kairo eine Erklärung, die sich klar gegen Gewalt und Terrorismus wendet. (4. Februar 2019)
Andrew Medichini, Keystone
Gott wolle nicht, dass sein Name benutzt werde, '«Menschen zu terrorisieren», heisst es in der Erklärung.
Gott wolle nicht, dass sein Name benutzt werde, '«Menschen zu terrorisieren», heisst es in der Erklärung.
Vincenzo PINTO, AFP
Auch der Grossimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tajib, betonte die Brüderlichkeit von Muslimen und Christen.
Auch der Grossimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tajib, betonte die Brüderlichkeit von Muslimen und Christen.
Vincenzo PINTO, AFP
Der Papst wird beim offiziellen Empfang vom Vize-Präsidenten der Arabischen Emirate Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum und dem Kronprinzen von Abu Dhabi begleitet.
Der Papst wird beim offiziellen Empfang vom Vize-Präsidenten der Arabischen Emirate Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum und dem Kronprinzen von Abu Dhabi begleitet.
Ahmed Jadallah, Reuters
Grosse Ehre: Flugzeuge fliegen beim Empfang für den Papst über den Palast des Präsidenten in Abu Dhabi.
Grosse Ehre: Flugzeuge fliegen beim Empfang für den Papst über den Palast des Präsidenten in Abu Dhabi.
Giuseppe CACACE, AFP
Auf Hochglanz geputzt: Neben der Flagge der Arabischen Emirate stehen auch Fahnen des Vatikans im Präsidentenpalast von Abu Dhabi.
Auf Hochglanz geputzt: Neben der Flagge der Arabischen Emirate stehen auch Fahnen des Vatikans im Präsidentenpalast von Abu Dhabi.
Giuseppe CACACE, AFP
Synchron: Die Nationalgarde der Vereinigten Arabischen Emirate marschiert beim offiziellen Empfang von Papst Franziskus über den Platz des Präsidenten Palast.
Synchron: Die Nationalgarde der Vereinigten Arabischen Emirate marschiert beim offiziellen Empfang von Papst Franziskus über den Platz des Präsidenten Palast.
Ahmed Jadallah, Reuters
Papst Franziskus kommt in Abu Dhabi an: Der Pontifex mit Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi.
Papst Franziskus kommt in Abu Dhabi an: Der Pontifex mit Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi.
Andrew Medichini, Reuters
Der Kronprinz gilt als aggressiver Strippenzieher in der Region. Eine französische NGO hatte beim Besuch des Kronprinzen in Frankreich vor drei Monaten offiziell Klage eingereicht: Wegen Kriegsverbrechen im Jemen, Beteiligung an Folter und unmenschlichem Verhalten.
Der Kronprinz gilt als aggressiver Strippenzieher in der Region. Eine französische NGO hatte beim Besuch des Kronprinzen in Frankreich vor drei Monaten offiziell Klage eingereicht: Wegen Kriegsverbrechen im Jemen, Beteiligung an Folter und unmenschlichem Verhalten.
Vatican Media, AFP
Papst Franziskus spricht während des Fluges nach Abu Dhabi zu den Journalisten, die ihn begleiten.
Papst Franziskus spricht während des Fluges nach Abu Dhabi zu den Journalisten, die ihn begleiten.
Vincenzo PINTO, AFP
Auf dem Weg zum Aufbau des Dialoges mit den Muslimen: Papst Franziskus besteigt im Flughafen Rom-Fiumicino eine Maschine der Alitalia.
Auf dem Weg zum Aufbau des Dialoges mit den Muslimen: Papst Franziskus besteigt im Flughafen Rom-Fiumicino eine Maschine der Alitalia.
Gregorio Borgia, Keystone
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Papst Franziskus hat bei seinem historischen Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten von allen Religionen mehr Einsatz gegen Terror, Kriege und Ungleichheit gefordert.

Er unterzeichnete mit dem Grossimam der islamischen Al-Azhar-Universität von Kairo eine Erklärung, die sich klar gegen Gewalt und Terrorismus wendet. Gott wolle nicht, dass sein Name benutzt werde, «Menschen zu terrorisieren», hiess es darin. Franziskus ist der erste Papst in der Geschichte, der die Arabische Halbinsel besucht.

Die Religionen hätten in «dieser heiklen geschichtlichen Situation eine Aufgabe, die nicht mehr aufgeschoben werden kann: einen aktiven Beitrag zur Entmilitarisierung des menschlichen Herzens zu leisten», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei der interreligiösen Konferenz in Abu Dhabi am Montag. «Krieg schafft nichts als Elend, Waffen nichts als Tod.»

Die Zeit sei gekommen, «dass die Religionen sich aktiver, mutig, kühn und aufrichtig dafür einsetzen, der Menschheitsfamilie zu helfen, ihre Fähigkeit zur Versöhnung, ihre Vision der Hoffnung und konkrete Wege zum Frieden weiterzuentwickeln», so Franziskus.

Verbundenheit der Religionen

Vor Papst Franziskus betonte auch der Grossimam der Al-Azhar-Universität, Scheich Ahmed al-Tajib, die Brüderlichkeit von Muslimen und Christen. «Umarmt weiterhin überall eure christlichen Brüder, als seien sie eure Partner», sagte der Grossimam, einer der wichtigsten religiösen Autoritäten des sunnitischen Islams. Er rief auch Muslime im Westen dazu auf, sich positiv in die Gesellschaften zu integrieren.

Das gemeinsam unterzeichnete Dokument betont die Verbundenheit der Religionen. «Alle, die in ihrem Herzen an Gott und Menschlichkeit glauben», sagte Grossimam Ahmed al-Tajib, sollten sich gemeinsam gegen Extremismus und für Toleranz und Brüderlichkeit einsetzen. Das Dokument sei auch ein Aufruf an die politischen Führer der Welt, Blutvergiessen und Konflikte zu beenden.

Jemen-Krieg angesprochen

Auch der Papst kritisierte «das Wettrüsten, die Ausweitung der eigenen Einflussbereiche und eine aggressive Politik zum Nachteil anderer». Er sprach auch direkt den Krieg im Jemen an. «Die Brüderlichkeit aller Menschen verlangt von uns als Vertreter der Religionen die Verpflichtung, jegliche Form der Billigung des Wortes Krieg zurückzuweisen. Überlassen wir es seiner erbärmlichen Grobheit. Wir haben seine katastrophalen Folgen vor Augen. Ich denke dabei insbesondere an Jemen, Syrien, Irak und Libyen.»

Die Emirate sind mit Saudiarabien Teil einer Militärkoalition, die dort gegen die schiitischen Huthi-Rebellen kämpft. Dabei wurden bereits tausende Zivilisten getötet.

Vor seiner Abreise hatten internationale Menschenrechtsorganisationen gehofft, dass sich der Papst in Abu Dhabi auch mit heiklen Themen befasst: Nach Amnesty International hatte Human Rights Watch am Sonntagmorgen den 82-jährigen Pontifex Maximus aufgefordert, die Menschenrechtsverletzungen im Jemen-Krieg anzusprechen.

Die Vereinten Nationen stufen den Krieg als schwerste humanitäre Krise der Welt ein. Dem Kronprinz der Emirate, Mohammed bin Said Al Nahjan, wird grosser Einfluss in der Region zugeschrieben. Der Krieg im Jemen war auch Thema bei einem Treffen zwischen dem Papst und dem Kronprinzen.

130'000 Gläubige zur Messe erwartet

Der Papst ist noch bis Dienstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Den Besuch beendet er mit einer grossen Messe, zu der 130'000 Gläubige aus der ganzen Region erwartet werden.

Die Emirate gelten als vergleichsweise liberal. Im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten wie Saudiarabien werden christliche Kirchen toleriert, öffentliche Messen allerdings sind verpönt. Dass der Papst den Gottesdienst im Sportstadion zelebrieren darf, gilt als Ausnahme.

In Abu Dhabi leben rund eine Million Katholiken, das sind rund zehn Prozent der Bevölkerung. Bei den meisten handelt es sich um Gastarbeiter aus Asien.

(afp/sda)

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