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Gewehre für die Rebellen aus der Hand der CIA

Seit Wochen wird die syrische Opposition aus der Südtürkei mit Waffen versorgt. Die Aktion wird laut Berichten vom US-Geheimdienst geleitet. Der CIA gehe es dabei nicht nur um die Unterstützung der Rebellen.

Wird aus dem Ausland mit Waffen versorgt: Die Freie Syrische Armee, ein Kämpfer ruht sich in einem Haus nahe Aleppo aus.
Wird aus dem Ausland mit Waffen versorgt: Die Freie Syrische Armee, ein Kämpfer ruht sich in einem Haus nahe Aleppo aus.
Keystone

Der US-Geheimdienst hat offenbar im Syrien-Konflikt seine Hände im Spiel. Eine kleine Gruppe von CIA-Beamten sei seit mehreren Wochen im Süden der Türkei stationiert, von wo aus sie die syrische Opposition mit Waffen versorge. Dies berichtet die «New York Times» und beruft sich dabei auf einen Mitarbeiter der US-Regierung und einen saudiarabischen Geheimdienstoffizier, welcher mit der klandestinen Operation vertraut ist.

Die CIA beliefere die Rebellen aus der Türkei über ein verschlungenes Netzwerk von Mittelspersonen. Beteiligt seien unter anderem Syriens Muslimbrüder. Bezahlt würden die Waffen von der Türkei, Saudiarabien und Katar, so die Informanten gegenüber der Zeitung. Beim fraglichen Kriegsmaterial handle es sich um Sturmgewehre, Granaten, Munition und einige Panzerabwehrwaffen.

Überblick über die Opposition

Bereits vor einer Woche hatte das «Wall Street Journal» erstmals über die Beteiligung des US-Geheimdienstes an der Hilfe für die Opposition berichtet. Bis jetzt kommentieren weder das Weisse Haus noch die CIA die Berichte über die Operation in der Südtürkei.

Offenbar geht es dem Geheimdienst aber nicht allein darum, den syrischen Rebellen zu einem militärischen Vorteil zu verhelfen. Sowohl die «New York Times» als auch das «Wall Street Journal» berichten, die CIA strebe einen besseren Überblick über das ständig wachsende und sich verändernde Netzwerk der syrischen Opposition an. Letztere Zeitung zitiert einen US-Beamten: «Es geht darum, eine Kommunikation zu den Rebellen aufzubauen. Wir wollen herausfinden, mit wem wir es zu tun haben.» Allem Anschein nach will die CIA um jeden Preis verhindern, dass Waffen und Macht innerhalb der Rebellen an islamische Extremisten, ja gar an al-Qaida fallen.

«Blasrohre» gegen Kampfhelikopter

Noch nicht klar ist, ob der US-Geheimdienst zukünftig seinen Einsatz ausweiten wird. Zur Sprache steht offenbar die Entsendung von CIA-Agenten nach Syrien selber mit dem Ziel, der Opposition beim Aufbau eines eigenen Nachrichtendienstes zu helfen.

Derweil streiten sich Militärspezialisten darüber, ob die gelieferten Waffen den Rebellen überhaupt zum Vorteil gereichen. Der ehemalige US-Nachrichtenoffizier Joseph Holliday ist der Meinung, dass die Opposition besonders von den Panzerabwehrwaffen profitiert: «Die Rebellen kapieren langsam, wie man Panzer unschädlich macht.» Ein ranghoher Offizier der US-Armee, welcher ungenannt bleibt, meint gegenüber der «New York Times» wiederum, die Aufständischen hätten gegen die schweren Waffen und Kampfhelikopter der Regierungstruppen keine Chance. «Verglichen mit den schweren Waffen der Regierung verfügen die Rebellen über Blasrohre.»

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