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Ghadhafi droht mit der Zerstörung von Tripolis

Der libysche Machthaber werde auf keinen Fall ins Exil gehen, heisst es aus Regierungskreisen Tripolis. Vielmehr droht er mit einer anderen Szenario. Die Türkei sucht derweil eine neue Friedenslösung.

Will nicht aufgeben: Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi.
Will nicht aufgeben: Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi.
Keystone

Der libysche Staatschef Muammar al al-Ghadhafi soll mit der Zerstörung von Tripolis gedroht haben, falls die Hauptstadt in die Hände der Rebellen fällt. Die Pläne habe der libysche Ministerpräsident dem russischen Sondergesandten in Libyen, Michail Margelow, anvertraut, berichtete die russische Tageszeitung «Iswestia».

Sollte die Stadt fallen, werde man sie mit Raketen beschiessen und sprengen, hiess es demnach. Russland hat sich zusammen mit Deutschland bei der Abstimmung über eine militärische Intervention in Libyen im UN-Sicherheitsrat enthalten.

Die Türkei will derweil am Freitag an einem internationalen Treffen um Unterstützung für einen Friedensfahrplan für Libyen werben. Laut dem türkischen Aussenministerium basiert der Vorschlag auf einer Initiative der Türkei vom April. Deren Kernelemente waren ein sofortiger Waffenstillstand, der Schutz der Zivilbevölkerung und ein Übergang zur Demokratie in Libyen.

Auch Clinton reist nach Istanbul

Noch seien die Beratungen im Gange, das Ganze sei ein fliessender Prozess, sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Selcuk Unal. Zu dem Treffen der sogenannten Kontaktgruppe, der rund 40 Länder angehören, die die Nato-Angriffe auf Libyen unterstützen, wird auch US-Aussenministerin Hillary Clinton in Istanbul erwartet.

Etliche Länder der Libyen-Kontaktgruppe haben bereits die Nähe zum libyschen Nationalen Übergangsrat gesucht und unterstützen diesen auch finanziell. Bei einem Treffen in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Juni sagte die Gruppe dem Rat eine Finanzspritze im Volumen von mehr als 1,3 Milliarden Dollar zu.

Lage in Libyen festgefahren

Trotz der seit Monaten anhaltenden fast täglichen NATO- Luftangriffe auf Einheiten von Machthaber Muammar al-Ghadhafi, weigert sich dieser zurückzutreten. Bei den Kämpfen zwischen den Regierungstruppen und Kämpfern der Opposition herrscht ein Patt. Am Donnerstag sagte auch der libysche Ministerpräsident Baghdadi al-Mahmudi in Tripolis, al-Ghadhafi werde nicht ins Exil gehen. «Al-Ghadhafi ist ein libyscher Staatsangehöriger. Tripolis ist seine Heimat. Das Gerede, er werde gehen, ist absurd», sagte Mahmudi.

US-Vertreter berichteten zuletzt jedoch, dass sich der Druck auf al-Ghadhafi zu erhöhen scheine. Schwindende Ölvorräte, Geldknappheit und die sinkende Moral unter den Regierungstruppen seien Anzeichen dafür, dass es zunehmend eng für den libyschen Staatschef werde. Die Türkei liess am 4. Juli libysche Aktienanteile an einem türkischen Kreditinstitut einfrieren und verwehrt al-Ghadhafi damit Zugang zu Millionen.

Aus Frankreich hiess es, libysche Gesandte suchten nach einem Exil für al-Ghadhafi. Die italienische Regierung erklärte am Mittwoch, afrikanische Länder hätten ihre Haltung geändert und seien nun bereit, ein Libyen ohne al-Ghadhafi zu diskutieren.

Nato weist Opfer-Angaben zurück

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wies am Donnerstag die von Libyen genannte Zahl getöteter Zivilisten zurück. Bei einem Besuch in den Niederlanden sagte er, dass es keine Angaben zu den bei Luftangriffen der Nato getöteten Zivilpersonen gebe. Der libysche Oberstaatsanwalt hatte am Mittwoch gesagt, die Nato habe bei ihrem Einsatz 1108 Zivilpersonen getötet und etwa 4500 verwundet.

dapd/ sda/jak

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