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Ghadhafi soll offenbar zum Rücktritt bereit sein

Der libysche Machthaber zeigt sich laut einem Bericht unter gewissen Bedingungen bereit, die Macht abzugeben. Frankreich soll sich um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemühen.

Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Haben zwei weitere Städte eingenommen: Libysche Rebellen in der Stadt Sawija. (19. August 2011)
Keystone
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Dingfest gemacht: Rebellen haben in Sawija einen Heckenschützen der libyschen Armee festgenommen. (16. August 2011)
Keystone
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Die Nato intensiviert ihre Angriffe: Die Bilder wurden von einem Jet der britischen Royal Air Force aufgenommen. (6. Mai 2011)
Keystone
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Libyens Machthaber Muammar al-Ghadhafi ist einem russischen Zeitungsbericht zufolge unter Bedingungen zu einem Rücktritt bereit. Ghadhafi sende «Signale, dass er bereit ist, im Gegenzug für Sicherheitsgarantien die Macht abzugeben», zitierte die angesehene Wirtschaftszeitung «Kommersant» einen russischen Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte.

Demnach soll vor allem Frankreich bereit sein, bei einer solchen Vereinbarung zu helfen. Das Land sei etwa bereit, einige der gesperrten Konten der Ghadhafi-Familie wieder freizugeben und dem Machthaber zu helfen, einen Prozess gegen ihn vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verhindern, zitierte der «Kommersant» den ranghohen Regierungsvertreter weiter.

Druck auf Rebellen erhöht

Unterdessen haben Ghadhafis Truppen nach Angaben der Rebellen den militärischen Druck auf den Westen des Landes erhöht. Damit soll offenbar ein Vorrücken der Regierungsgegner Richtung Tripolis verhindert werden.

Bei den seit Montagabend andauernden Kämpfen seien bisher elf Menschen ums Leben gekommen, teilten die Aufständischen mit. Einer von ihnen, Faradsch Akwedeir, berichtete von schweren Gefechten in Dafnija, nahe der Rebellenhochburg Misrata. Dort seien sieben Rebellen getötet und 46 weitere verletzt worden.

Auch in den umkämpften Nafusa-Bergen im Westen seien bei Angriffen von Ghadhafi-Truppen vier Menschen getötet worden, sagte Abdel Salam Othman vom dortigen Militärrat. Die Soldaten hätten den Ort Kikla südwestlich von Tripolis mit Raketen und Mörsern beschossen. Auch die Städte Sintan und Nalut seien angegriffen worden.

Nato will sich raushalten

Nach der angeblichen Rücktrittsbereitschaft Ghadhafis äussert sich die Nato über die Demokratisierung des Landes. Der Übergang Libyens zur Demokratie sollte nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen unter Führung der Vereinten Nationen vollzogen werden. Zuerst müsse aber Machthaber Muammar al-Ghadhafi zurücktreten, sagte Rasmussen in St. Petersburg.

Die Nato wolle nicht die führende Rolle beim Übergang Libyens zur Demokratie einnehmen, sagte er weiter. «Wir wollen, dass die UNO bei diesem Bestreben die Führung übernimmt und das libysche Volk beim Übergang zur Demokratie unterstützt.»

AU sucht politische Lösung

Derweil bekräftigte der Präsident der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Jean Ping, nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin die Forderung der AU nach einer politischen Lösung in Libyen.

Eine «andere Lösung» könne nur provisorischer Natur sein. Die AU-Staatschefs hatten sich vergangene Woche auf einen neuen Friedensplan für Libyen unter Ausschluss Ghadhafis an den Verhandlungen geeinigt.

Kommende Woche will die Nato in Brüssel mit den libyschen Rebellen über die Kämpfe in dem nordafrikanischen Land gegen die Truppen Ghadhafis beraten. Bei dem Treffen gehe es darum, sich ein «Lagebild» zu verschaffen, sagte ein Diplomat des Bündnisses.

IKRK besorgt um Gesundheitslage

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigt sich zunehmend besorgt über die humanitäre Situation in Libyen. Wegen Mangels an medizinischen Gütern befürchtet sie unter anderem die Ausbreitung ansteckender Krankheiten wie der Masern, schrieb die Organisation in einer Medienmitteilung.

Besorgniserregend sei insbesondere die Lage im Südwesten des Landes, so beispielsweise in den Ortschaften Sabha und Gharyan. Zahlreiche chronisch kranke Patienten seien wegen fehlender Medikamente und Impfmittel gestorben.

sda/dapd/afp/wid

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