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«Ghadhafi sorgt für Chaos»

Der Islam-Experte Olivier Roy über die dunklen Mächte, die gegen eine Demokratisierung Tunesiens kämpfen, und die Harmlosigkeit der tunesischen Islamisten.

Oliver Meiler
Erstmals mischen sich Polizisten offiziell unter die Demonstranten: Ein Mann zeigt am 22. Januar seinen Polizeiausweis.
Erstmals mischen sich Polizisten offiziell unter die Demonstranten: Ein Mann zeigt am 22. Januar seinen Polizeiausweis.
Keystone
In Aouina machte sich am 22. Janur das halbe Korps auf den Weg nach Tunis.
In Aouina machte sich am 22. Janur das halbe Korps auf den Weg nach Tunis.
Keystone
Inzwischen demonstrieren auch Frauen und Alte gegen die Regierung: Am 21. Januar in Tunis.
Inzwischen demonstrieren auch Frauen und Alte gegen die Regierung: Am 21. Januar in Tunis.
Keystone
17. Januar: Ein Mitarbeiter des Innenministeriums transportiert in Tunis ein Porträt des ehemaligen Präsidenten Ben Ali ab.
17. Januar: Ein Mitarbeiter des Innenministeriums transportiert in Tunis ein Porträt des ehemaligen Präsidenten Ben Ali ab.
Keystone
17. Januar: Erboste Tunesier haben in Tunis ein Transparent ihres ehemaligen Präsidenten heruntergerissen.
17. Januar: Erboste Tunesier haben in Tunis ein Transparent ihres ehemaligen Präsidenten heruntergerissen.
Keystone
16. Januar: Tagsüber beruhigt sich die Lage zunächst. Doch vereinzelt kommt es zu Scharmützeln zwischen der Polizei und den Demonstranten.
16. Januar: Tagsüber beruhigt sich die Lage zunächst. Doch vereinzelt kommt es zu Scharmützeln zwischen der Polizei und den Demonstranten.
Keystone
Nicht ohne mein Gold: Die Ehefrau des gestürzten tunesischen Präsidenten, Leila Trabelsi, hat kurz vor der Flucht ins Exil am 16. Januar noch 1,5 Tonnen Gold von einer Bank abgeholt.
Nicht ohne mein Gold: Die Ehefrau des gestürzten tunesischen Präsidenten, Leila Trabelsi, hat kurz vor der Flucht ins Exil am 16. Januar noch 1,5 Tonnen Gold von einer Bank abgeholt.
Keystone
16. Januar: Die Armee geht gegen Mitglieder der ehemaligen Leibgarde von Ben Ali vor.
16. Januar: Die Armee geht gegen Mitglieder der ehemaligen Leibgarde von Ben Ali vor.
Keystone
16. Januar: Libyens Machthaber Al-Ghadhafi, der sich vor einer Signalwirkung auf sein eigenes Regime fürchtet, sendet eine Videobotschaft nach Tunesien.
16. Januar: Libyens Machthaber Al-Ghadhafi, der sich vor einer Signalwirkung auf sein eigenes Regime fürchtet, sendet eine Videobotschaft nach Tunesien.
Keystone
15. Januar: In Tunis herrscht weiterhin Anarchie. Es fallen erneut Schüsse.
15. Januar: In Tunis herrscht weiterhin Anarchie. Es fallen erneut Schüsse.
Keystone
15. Januar: Tunesien hat einen Übergangspräsidenten, Fouad Mebazaa.
15. Januar: Tunesien hat einen Übergangspräsidenten, Fouad Mebazaa.
Keystone
15. Januar: Nach der Flucht von Ben Ali gehen die Ausschreitungen weiter.
15. Januar: Nach der Flucht von Ben Ali gehen die Ausschreitungen weiter.
Keystone
14. Januar: Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.
14. Januar: Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte.
Keystone
14. Januar: Die Situation eskaliert, es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ben Ali setzt sich ins Exil nach Saudi-Arabien ab.
14. Januar: Die Situation eskaliert, es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ben Ali setzt sich ins Exil nach Saudi-Arabien ab.
Keystone
14. Januar: Aus den Massendemonstration in Tunis wird ein Volksaufstand. Der Präsident löst die Regierung auf, kündigt vorgezogene Neuwahlen an und ruft den Ausnahmezustand aus.
14. Januar: Aus den Massendemonstration in Tunis wird ein Volksaufstand. Der Präsident löst die Regierung auf, kündigt vorgezogene Neuwahlen an und ruft den Ausnahmezustand aus.
Keystone
14. Januar: Die Heftigkeit der Proteste nimmt zu.
14. Januar: Die Heftigkeit der Proteste nimmt zu.
Keystone
13. Januar: Die Demonstranten in Marseille fordern die Absetzung des autoritären tunesischen Präsidenten.
13. Januar: Die Demonstranten in Marseille fordern die Absetzung des autoritären tunesischen Präsidenten.
Keystone
13. Januar: Auch in Marseille demonstrieren junge Nordafrikaner gegen die Regierung von Ben Ali.
13. Januar: Auch in Marseille demonstrieren junge Nordafrikaner gegen die Regierung von Ben Ali.
Keystone
12. Januar: Die Polizei verhängt eine nächtliche Ausgangssperre in Tunis.
12. Januar: Die Polizei verhängt eine nächtliche Ausgangssperre in Tunis.
Keystone
12. Januar: Es gibt mehrere Tote in verschiedenen Orten des Landes, unter ihnen zwei Doppelstaatsbürger aus der Schweiz und aus Frankreich.
12. Januar: Es gibt mehrere Tote in verschiedenen Orten des Landes, unter ihnen zwei Doppelstaatsbürger aus der Schweiz und aus Frankreich.
Keystone
12. Januar: Ben Ali entlässt den Innenminister, verspricht die Freilassung festgenommener Demonstranten und eine Anti-Korruptions-Kommission.
12. Januar: Ben Ali entlässt den Innenminister, verspricht die Freilassung festgenommener Demonstranten und eine Anti-Korruptions-Kommission.
AFP
11. Januar: Der Präsident findet im Volk noch vereinzelt Unterstützung: Anhänger von Ben Ali in Tunis.
11. Januar: Der Präsident findet im Volk noch vereinzelt Unterstützung: Anhänger von Ben Ali in Tunis.
Keystone
11. Januar: Die Zerstörung ist in den Strassen von Tunis deutlich sichtbar.
11. Januar: Die Zerstörung ist in den Strassen von Tunis deutlich sichtbar.
Keystone
11. Januar: Die Unruhen greifen auf Tunis über. Autowrack in der Innenstadt von Tunis.
11. Januar: Die Unruhen greifen auf Tunis über. Autowrack in der Innenstadt von Tunis.
Keystone
10. Januar: Ben Ali beklagt «terroristische Akte» und kündigt 300'000 neue Arbeitsplätze bis 2012 an. Die Lage beruhigt sich nicht.
10. Januar: Ben Ali beklagt «terroristische Akte» und kündigt 300'000 neue Arbeitsplätze bis 2012 an. Die Lage beruhigt sich nicht.
Keystone
10. Januar: Dutzende von Menschen sind bei den Anschlägen bisher gestorben. Die Behörden sprechen von 21 Toten, Gewerkschafter von mehr als 50.
10. Januar: Dutzende von Menschen sind bei den Anschlägen bisher gestorben. Die Behörden sprechen von 21 Toten, Gewerkschafter von mehr als 50.
Reuters
8. Januar 2011: Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei in mehreren Orten des Landes wie hier in den Strassen von Regueb.
8. Januar 2011: Gewaltsame Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizei in mehreren Orten des Landes wie hier in den Strassen von Regueb.
Reuters
3. Januar 2011: Die Demonstrationen weiten sich auf weitere Städte wie Thala aus.
3. Januar 2011: Die Demonstrationen weiten sich auf weitere Städte wie Thala aus.
Keystone
28. Dezember 2010: Ben Ali beklagt eine «politische Instrumentalisierung» der Proteste und wirft ausländischen Medien vor, Lügen zu verbreiten.
28. Dezember 2010: Ben Ali beklagt eine «politische Instrumentalisierung» der Proteste und wirft ausländischen Medien vor, Lügen zu verbreiten.
Keystone
24. Dezember 2010: Die Polizei schiesst auf Demonstranten in einem Ort in der Nähe von Sidi Bouzid. Es gibt die ersten beiden Toten. Danach kommt es zu einer Demonstration vor der Polizeikaserne von Sidi Bouzid.
24. Dezember 2010: Die Polizei schiesst auf Demonstranten in einem Ort in der Nähe von Sidi Bouzid. Es gibt die ersten beiden Toten. Danach kommt es zu einer Demonstration vor der Polizeikaserne von Sidi Bouzid.
Keystone
19. Dezember 2010: Wegen Arbeitslosigkeit und hoher Lebensmittelpreise kommt es im gesamten Land zu Unruhen und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.
19. Dezember 2010: Wegen Arbeitslosigkeit und hoher Lebensmittelpreise kommt es im gesamten Land zu Unruhen und Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.
Keystone
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Das tunesische Regime fiel schnell – nach einer spontanen und kurzen Revolte. Dabei hatte man es für unerschütterlich gehalten. Wie erklären Sie sich das?Das Regime bestand zum Schluss fast nur noch aus einer einzigen mafiösen und räuberischen Familie. Es hatte keinen Draht zum Volk, keine Verbindung zur tunesischen Wirklichkeit. Man weiss zum Beispiel, dass auch viele hohe Funktionäre das Regime hassten. Die Herrscherfamilie konnte nicht teilen – das isolierte sie politisch und wirtschaftlich. Zudem misstraute das Regime immer schon der Armee und versuchte, sie klein zu halten – etwa 35'000 Soldaten mit knapper Bewaffnung und schlechtem Material. Als Zine al-Abidine Ben Ali dann mitten in der Revolte die Armee zu Hilfe rief, wollte und konnte sich die nicht für ihn wehren. Am Ende, und das war die wahre Überraschung, fiel dann auch die Präsidentengarde auseinander. Wahrscheinlich war ein Grossteil der Polizisten so schlecht bezahlt, dass viele von ihnen einfach gestreikt haben.

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