Zum Hauptinhalt springen

Gnade für Kreuzritter der Apartheid

Er war «prime evil», der brutalste Killer des südafrikanischen Apartheidregimes. Nach 20 Jahren im Gefängnis wird Eugene de Kock nun vorzeitig entlassen.

«Ich war der wirkungsvollste Killer des Staates»: Eugene de Kock vor der südafrikanischen Wahrheitskommission.
«Ich war der wirkungsvollste Killer des Staates»: Eugene de Kock vor der südafrikanischen Wahrheitskommission.

Als Pulma Gobodo-Madikizela den «obersten Verbrecher» im Gefängnis von Pretoria besuchte, war sie frappiert. Eugene de Kock, der Kampfhund des Apartheidregimes, war kein Monster, sondern blass und unscheinbar. «Er war höflich, umgänglich, eigentlich ein Durchschnittsmensch», sagte die südafrikanische Psychologin in einem Interview mit dem «Spiegel». Oberst de Kock war der höchst dekorierte Polizist des Landes. Er kommandierte von den 80er- bis Anfang der 90er-Jahre Vlakplaas, die ehemalige Sondereinheit C1 der Südafrikanischen Polizei. Die geheim operierende Einheit war eine Todesschwadron, sie verfolgte jeden Gegner des rassistischen Regimes. Der Bure de Kock habe sich als «Kreuzritter für die Apartheid» gefühlt, der gegen die «swart gevaar», die «schwarze Gefahr» einen Heiligen Krieg führte, sagte Psychologin Gobodo-Madikizela.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.