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Grenzenlose Militanz

Die Terroristen im Irak formen bereits ein Emirat. Die nahöstliche «Nachkriegsordnung» von 1918 ist gefährdet.

Eine Armee auf Pick-up-Trucks: Isis-Kämpfer im Irak (7. Januar 2014). Bild: AP
Eine Armee auf Pick-up-Trucks: Isis-Kämpfer im Irak (7. Januar 2014). Bild: AP

Ob ein Foto Symbolkraft gewinnt, liegt am historischen Moment. Eine ­Aufnahme, die jüngst an der irakisch-syrischen Grenze gemacht wurde, hat trotz ihrer Banalität solche Wucht: Militante Islamisten walzen mit einer Planierraupe einen Grenzwall ­zwischen dem Irak und Syrien nieder. Was die Militanten bezwecken? Sie wollen den Heiligen Krieg von Syrien in den Irak hineintragen. Das erklären sie im Text unter dem Internetfoto: «Die Löwen des islamischen Staats reissen die Barrieren ein zwischen dem Irak und Grosssyrien!» Die ­Isis-Militanten führen aber nicht nur Krieg. Nein, sie stellen symbolträchtig auch die hundertjährige Ordnung des Nahen Ostens infrage. Sie legen die Axt an das Sykes-Picot-Abkommen: jenes Geheimabkommen, mit ­dem die imperialistischen Mächte ­Grossbritannien und Frankreich am Ende des Ersten Weltkriegs dem Nahen Osten seine bis heute geltende Gestalt und seine Grenzen gaben.

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