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«Gut und Böse auf der gleichen Stufe»

Der russische Präsident Wladimir Putin liest in seiner jährlichen Rede dem Westen die Leviten. Er kritisiert den Zerfall traditioneller Werte. Sein Land hingegen lehne «unproduktive Toleranz» ab.

«Historische Verantwortung»: Wladimir Putin hält seine Rede im Kreml. (12. Dezember 2013)
«Historische Verantwortung»: Wladimir Putin hält seine Rede im Kreml. (12. Dezember 2013)
AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Westen vorgeworfen, mit der Abkehr von traditionellen Werten Stabilität und Frieden in der Gesellschaft zu gefährden.

Russland sei «für die traditionellen Werte» und gegen «unproduktive Toleranz», wie sie viele Länder praktizierten, sagt Wladimir Putin. Sein Land lehne die «unproduktive Toleranz ab, die nicht zwischen den Geschlechtern unterscheidet», sagte Putin bei seiner jährlichen Rede an die Nation.

Putin hatte in diesem Jahr unter anderem per Gesetz verbieten lassen, in Gegenwart von Minderjährigen über Homosexualität zu sprechen. Schwule und Lesben sind in Russland auch sonst vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt.

Russlands Position sei die «Verteidigung der traditionellen Werte, die seit Jahrtausenden die moralische und spirituelle Grundlage der Zivilisation» bildeten, erklärte der 61-jährige Putin. Er kritisierte zudem, dass «in zahlreichen Ländern heute die moralischen Normen neubewertet» würden. Die Gesellschaft werde aufgefordert, «Gut und Böse auf die gleiche Stufe zu stellen».

«Chaos der Finsternis» droht

Sein Land habe in dieser Frage eine «konservative Sicht, doch der Konservativismus zielt darauf, eine Bewegung nach hinten und unten, in das Chaos der Finsternis zu verhindern», zitierte der Präsident den orthodoxen Philosophen Nicolai Berdjajew, der nach der Oktoberrevolution 1917 ins Exil gehen musste.

Die Zerstörung etwa von Familienwerten führe zu «negativen Folgen» in der Gesellschaft, sagte er. Russland habe heute eine «historische Verantwortung», die jahrtausendealten Grundlagen menschlichen Zusammenlebens in der Welt zu verteidigen.

Und es gebe immer mehr Menschen, die «unsere Position beim Schutz traditioneller Werte unterstützen», zeigte sich Putin vor rund 1100 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion im Kremlpalast überzeugt.

SDA/kle

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