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Hamas verkündet Einigung mit Fatah

Zehn Jahre nach dem blutigen Bürgerkrieg meldet die Palästinenserorganisation einen Durchbruch in den Verhandlungen.

Durchbruch: Hamas-Chef Ismail Hanija (zweiter von rechts) mit dem palästinensischen Premierminister Rami Hamdallah (rechts) in Gaza City. (2. Oktober 2017)
Durchbruch: Hamas-Chef Ismail Hanija (zweiter von rechts) mit dem palästinensischen Premierminister Rami Hamdallah (rechts) in Gaza City. (2. Oktober 2017)
Ibraheem Abu Mustafa, Reuters

Das ist überraschend schnell gegangen: Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben eine grundsätzliche Einigung bei ihren Versöhnungsgesprächen in Kairo erreicht. Das gab Hamas-Chef Ismail Hanija am Donnerstag bekannt. Details sollen auf einer Pressekonferenz am Mittag verkündet werden. Die Gespräche waren erst am Dienstag unter ägyptischer Vermittlung aufgenommen worden und fanden in der Geheimdienstzentrale in Kairo statt.

Wie aus Delegationskreisen verlautete, wurde bisher über Details der Verwaltung diskutiert. Bereits am 3. Oktober hat die Hamas, die den Gazastreifen dominiert, Verwaltungseinheiten an die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas abgegeben. An diesem Tag fand auch die erste gemeinsame Sitzung der Palästinenserregierung seit 2014 in Gaza statt. Ob auch bereits ein Durchbruch über die Bildung einer Einheitsregierung erreicht und ein Termin für Neuwahlen fixiert worden ist, war am Donnerstagmorgen noch unklar.

Der Knackpunkt, wie mit dem bewaffneten Arm der Hamas umgegangen werden soll und ob die etwa 25'000 Kämpfer die Waffen abgeben, soll nicht Gegenstand der Verhandlungen gewesen sein. Ohne eine Einigung in diesem Punkt ist eine wirkliche Versöhnung zwischen den beiden Organisationen allerdings nicht vorstellbar.

Ägypten sorgt sich um Sicherheit

Die radikalislamische Fatah, die im Westjordanland regiert und die Autonomiebehörde dominiert, hatte 2007 die Kontrolle über den Gazastreifen an die Hamas verloren. Die Hamas wird von der EU und der USA als Terrororganisation eingestuft. Die Fatah-Regierung unter Abbas ist international anerkannt. Ägypten hatte sich vor allem deshalb als Vermittler eingesetzt, weil auch die Sicherheitsinteressen des Nachbarstaates durch islamistischen Bedrohungen betroffen sind. Zuletzt war 2004 ein Versöhnungsversuch gescheitert.

Im September hatte die Hamas verkündet, sie lade die Regierung des Palästinenserpräsidenten Abbas im Westjordanland dazu ein, "in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen". Damals herrschte Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen.

Palästinenser in Gaza und im Westjordanland reagieren erleichtert auf das Versöhnungsabkommen. (Video: Tamedia/AFP)

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