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Hamid Karzai ist verärgert

Angeblich geplante Gespräche der USA mit den Taliban kommen in Afghanistan gar nicht gut an. Der afghanische Präsident will sogar die Verhandlungen über das Sicherheitsabkommen boykottieren.

Ist sauer: Afghanistans Präsident Hamid Karzai. (18. Juni 2013)
Ist sauer: Afghanistans Präsident Hamid Karzai. (18. Juni 2013)
AFP

Afghanistans Präsident Hamid Karzai ist verärgert über Berichte über ein baldiges Treffen von Vertretern der USA mit den Taliban. Die afghanische Präsidentschaft kündigte den Abbruch der Verhandlungen über ein Sicherheitsabkommen mit Washington an und will die Gespräche mit den Taliban boykottieren.

Das US-Aussenministerium betonte daraufhin, Berichte über ein geplantes Treffen seien falsch. «Informationen über ein geplantes Treffen sind ungenau», sagte Aussenamtssprecherin Jennifer Psaki.

Ihr Ministerium habe offiziell «nie bestätigt», dass eine solche Zusammenkunft mit der radikalislamischen Rebellenbewegung in Katars Hauptstadt Doha bevorstehe. Der Beginn der Gespräche war zunächst auf Donnerstag anberaumt worden.

Verbindungsbüro in Doha

Die Taliban hatten am Dienstag die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Doha und die baldige Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA bekanntgegeben. Aus US-Regierungskreisen hiess es daraufhin, Washington wolle in den kommenden Tagen in Kontakt mit dem Büro treten.

Dadurch fühlte sich Karzai übergangen, und er reagierte verärgert: Er kündigte einen Boykott aller Gespräche an, die nicht unter afghanischer Führung stünden, und setzte die Verhandlungen mit Washington über ein Abkommen zur Militärkooperation nach 2014 aus.

Psaki betonte jedoch, die USA würden sich mit der afghanischen Regierung und dem Hohen Friedensrat des Landes über das weitere Vorgehen abstimmen. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan sei bisher nicht nach Doha abgereist.

Name als Stein des Anstosses

Aus Kabul hiess es, Karzai störe sich vor allem daran, dass die Taliban ihr Büro in Doha «Islamisches Emirat Afghanistan» nannten. Dies war der offizielle Name Afghanistans während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001. Mit der Namensgebung suggerierte die Rebellenbewegung, dass es die Exil-Vertretung eines Staates sei.

Psaki betonte am Mittwoch, die US-Regierung erkenne den Namen «Islamisches Emirat Afghanistan» nicht an. Aussenminister John Kerry habe dies Karzai in zwei Telefonaten am Dienstagabend und Mittwoch auch deutlich gemacht.

SDA/chk

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