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Hier ziehen die Rebellen aus Homs ab

Nach Tagen des Wartens ziehen die syrischen Rebellen aus Homs ab. Viele Verwundete sind in den ersten Bussen, die die belagerte Stadt verlassen.

Syrische Rebellen haben nach einjähriger Belagerung durch die Regierungstruppen den Abzug aus der Stadt Homs begonnen. Die Evakuierung in von ihnen gehaltene Gebiete ausserhalb der Stadt war in einem Waffenstillstandsabkommen vereinbart worden. Aktivisten und der Gouverneur der Stadt, Talal Barasi, bestätigten, dass die ersten 200 Kämpfer in Bussen Homs verlassen hätten.

Insgesamt wurde 1200 Kämpfern und Zivilisten in der Altstadt sicheres Geleit zugesagt. Der Abzug der Rebellen markiert das Ende der Rebellion in Homs. Die Stadt in der mittelsyrischen Ebene war eine der ersten, die sich vor drei Jahren gegen Präsident Baschar al-Assad erhob. Sie wurde deshalb auch «Hauptstadt der Revolution» genannt.

«Es gab aber keine Antwort»

Viele der ersten Kämpfer, die Homs verliessen, waren verwundet. Ein Aktivist namens Abu Jassin al-Homsi sagte, bis zum Abend sollte die Evakuierung abgeschlossen sein. Die Kämpfer und Zivilsten würden wenige Kilometer nördlich in die von Rebellen gehaltenen Orte Talbisse und Al-Dar al-Kabira gebracht.

Al-Homsi zufolge darf jeder Kämpfer sein Gewehr und eine Tasche mit persönlichen Habseligkeiten bei sich führen. Je eine Panzerabwehrrakete und ein Maschinengewehr seien zudem pro Bus gestattet. «Wir sind sehr traurig über das, was heute geschieht», sagte er. «Wir haben ständig an die internationale Gemeinschaft appelliert, die Belagerung zu beenden – es gab aber keine Antwort», erklärte Al-Homsi. «Wir haben mehr als 2000 Märtyrer in fast zwei Jahren Belagerung verloren.»

Ganze Häuserzüge eingeebnet

Barasi bestätigte, dass Rebellen begonnen hätten, die Altstadtbezirke von Homs zu verlassen. Assads Truppen übernehmen damit vor der Präsidentenwahl am 3. Juni die Kontrolle in einer strategisch wichtigen, aber weitgehend zerstörten Stadt. Ganze Häuserzüge sind in mehreren Angriffswellen eingeebnet worden, von grossen Teilen der historischen Viertel blieben nur Ruinen. Tausende von Menschen wurden getötet und fast die gesamte Bevölkerung ist aus der Stadt geflohen.

Im Austausch für den freien Abzug der Rebellen aus Homs lässt die Opposition in Aleppo im Norden bis zu 70 regierungstreue Milizionäre und eine Iranerin frei, teilten mehrere Aktivisten mit. Zudem liessen Rebellen Hilfskonvois in die von ihnen belagerten nordsyrischen Dörfer Nubul und Sahra passieren. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Strassen in die Dörfer seien frei und die Hilfe habe die Orte erreicht. Zudem seien 15 in der Provinz Aleppo gefangene Regierungssoldaten freigelassen worden, erklärt die Beobachtungsstelle.

AFP/mw

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