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Höchste Zeit für ein Angebot

Mehr als vier Jahre lang liess Europa die Türkei allein mit der Flüchtlingslast. Dafür bekommt es nun die Quittung.

Es rächt sich jetzt, dass die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei über zehn Jahre nur lustlos geführt und zuletzt überhaupt hat einschlafen lassen. Die Europäer haben den grossen Nachbarn zu lange sträflich ignoriert. Dabei ist dieser bei fast allen grossen Zukunftsfragen ein Schlüsselstaat. Sei es bei der Energieversorgung des Kontinents oder bei der Suche nach einer Lösung im Syrienkonflikt und jetzt vor ­allem in der Flüchtlingskrise.

Der autoritäre Präsident Erdogan hatte gestern beim Besuch in Brüssel durchaus Grund, von der moralisch hohen Warte herab sich über die Europäer lustig zu machen. Mehr als vier Jahre lang liess man die Türkei allein mit der Last von zuletzt mehr als zwei Millionen Flüchtlingen. Erst jetzt, da diese die Hoffnung auf eine Rückkehr in ihre Heimat verlieren und sich Richtung Europa auf den Weg machen, erinnert man sich in Brüssel und den anderen Hauptstädten an den grossen Nachbarn.

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