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Hilfskonvoi erreicht Hungerstadt Madaja

Die Hilfslieferung für Tausende vom Hungertod bedrohte Menschen ist vor der belagerten syrischen Stadt Madaja eingetroffen. 40'000 Einwohner sind dort eingeschlossen.

Der Hilfskonvoi verlässt Damaskus in Richtung Madaja, Fua und Kafraja. Über Monate konnten Hilfsorganisationen die drei syrischen Städte nicht erreichen. (11.1.2016)
Der Hilfskonvoi verlässt Damaskus in Richtung Madaja, Fua und Kafraja. Über Monate konnten Hilfsorganisationen die drei syrischen Städte nicht erreichen. (11.1.2016)
Louai Beshara, AFP
Die Bewohner im abgeschotteten Madaja warten auf die Hilfsgüter. Helfern zufolge starben dort bereits 28 Menschen an Hunger. (11.5.2016)
Die Bewohner im abgeschotteten Madaja warten auf die Hilfsgüter. Helfern zufolge starben dort bereits 28 Menschen an Hunger. (11.5.2016)
Stringer, AFP
50 Lastwagen sind unterwegs in Richtung Madaja. 21 Lastwagen befanden sich auf dem Weg nach Fua und Kafraja, teilte das IKRK mit.
50 Lastwagen sind unterwegs in Richtung Madaja. 21 Lastwagen befanden sich auf dem Weg nach Fua und Kafraja, teilte das IKRK mit.
Keystone
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Nach monatelangen Verzögerungen haben Rotes Kreuz und Roter Halbmond am Montag Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung im syrischen Madaja und zwei weiteren Städten auf den Weg gebracht. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sind die ersten der etwa 50 Lastwagen in Madaja eingetroffen.

21 Lastwagen befanden sich auf dem Weg nach Fua und Kafraja, wie das IKRK weiter mittelte. Sie transportierten Nahrungsmittel, Medikamente, Medizinmaterial und Decken. Über Monate konnten Hilfsorganisationen die drei Städte nicht erreichen. Die UNO schätzt die Zahl der Hilfsbedürftigen allein in dem von Regierungstruppen belagerten Madaja auf 40.000, die Hälfte davon Kinder. Helfern zufolge starben dort bereits 28 Menschen an Hunger. Das Hilfspaket reicht nach Angaben des Syrischen Roten Halbmonds aus, um die Menschen in der Stadt 40 Tage lang zu versorgen.

Die Hilfsorganisationen haben die belagerte Stadt Madaja in Syrien erreicht. (Quelle: Reuters)

20'000 Bewohner eingeschlossen

In den von bewaffneten Regierungsgegnern umzingelten Schiitenorten Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib sind etwa 20.000 Bewohner eingeschlossen. Noch am Montag wollte sich der UN-Sicherheitsrat mit der humanitären Lage in Madaja, Fua und Kafraja befassen. Beschlüsse werden nicht erwartet.

Eine neugegründete Allianz aus kurdischen und arabischen Gegnern des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad will an den anstehenden Syrien-Gesprächen in der Schweiz teilnehmen. Das sagte der Kovorsitzende des Syrischen Demokratischen Rats, Haytham Manna, der Nachrichtenagentur AFP.

23 Menschen verhungerten

Der erst im Dezember gegründete Syrische Demokratische Rat ist der politische Arm der Syrischen Demokratischen Kräfte. Diese bewaffnete Gruppierung hatten kurdische, arabische und christliche Rebellen im Oktober im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gebildet. Sie wird von den USA unterstützt und von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) angeführt, die grosse Teile der kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens kontrollieren.

Ab dem 25. Januar sollen sich Vertreter der syrischen Regierung und deren Gegner zu Gesprächen unter der Schirmherrschaft des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura in Genf treffen. Bislang lud de Mistura den Syrischen Demokratischen Rat nicht zu den Gesprächen ein.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) starben bislang mindestens 23 Menschen an den Folgen von Mangelernährung. Einwohner aus Madaja berichteten am Samstag von zwei weiteren Opfern. Ein Vater und sein neun Jahre alter Sohn seien verhungert, hiess es.

SDA/afo

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