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Im Jemen beginnt das grosse Feilschen

Regierungslager und Opposition haben sich in Sanaa an den Verhandlungstisch gesetzt. Das Ziel ist es, den ausgereisten, aber noch amtierenden Präsidenten Saleh zum Rücktritt zu bewegen.

ami
Bye bye, Ali Abdullah Saleh? Opposition und Regierung versuchen jedenfalls, den Rücktritt des jemenitischen Präsidenten einzufädeln. (Archivbild, 29. April 2011)
Bye bye, Ali Abdullah Saleh? Opposition und Regierung versuchen jedenfalls, den Rücktritt des jemenitischen Präsidenten einzufädeln. (Archivbild, 29. April 2011)
Keystone

Regierungslager und Opposition im Jemen wollen nach Angaben eines Oppositionssprechers gemeinsam Möglichkeiten eines Machtwechsels ausloten. Das wurde dem Sprecher zufolge heute bei einem ersten Treffen mit dem amtierenden Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi vereinbart.

Ziel ist es, den umstrittenen Staatschef Ali Abdullah Saleh entsprechend den Vorschlägen der Golfstaaten zum Rücktritt zu bewegen. Saleh, der derzeit zur Behandlung im Ausland ist, hatte diesen Vorschlägen zwar öffentlich zugestimmt, sie aber nicht umgesetzt.

Hadi scheint seinen Spielraum zu nutzen

Die Übereinkunft wird das politische Patt im Jemen möglicherweise nicht sofort lösen oder weitere Kämpfe zwischen Saleh-Getreuen und oppositionellen Stämmen verhindern. Es lässt aber darauf schliessen, dass der amtierende Präsident Hadi ungeachtet des enormen Einflusses von Salehs Umgebung und Familie seine verfassungsmässigen Vollmachten wahrnimmt. Er hatte die Amtsgeschäfte übernommen, als Saleh bei einem Angriff auf seinen Amtssitz in Sanaa verletzt wurde und am 5. Juni zur ärztlichen Behandlung nach Saudiarabien reiste.

An dem Treffen mit Hadi nahmen ein Bündnis aus Oppositionsparteien sowie auf Regierungsseite zwei Spitzenfunktionäre der Regierungspartei teil. Der Tagungsort, Hadis Residenz in Sanaa, war Augenzeugen zufolge von Mitgliedern der Spezialkräfte umstellt, einer Elitetruppe unter dem Kommando von Salehs Sohn Ahmed.

Seit Samstag mehr als 40 Tote

Im Süden dauerten die Kämpfe um zwei von militanten Gruppen eroberte Städte an. Seit Samstag seien mehr als 40 Menschen getötet worden, verlautete aus Militärkreisen. Militante Gruppen, die auch Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida haben sollen, hatten zuvor in der südlichen Provinz Abjan zwei Städte erobert: Dschaar und die Provinzhauptstadt Sindschibar.

Am Montag hätten jemenitische Kampfflugzeuge militante Muslime in der Stadt Dschaar angegriffen, dabei seien drei Extremisten getötet worden, hiess es aus Militärkreisen. In Tais zerstörten bewaffnete Männer zwei Panzer und sechs Fahrzeuge der Präsidentengarde. Bei Aden wurde ein Heeresoberst bei einem Bombenanschlag getötet.

(dapd)

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