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Im Ostkongo droht neuer «afrikanischer Weltkrieg»

Erneut werden im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Zivilisten Opfer von Gewalt, Plünderung und Vergewaltigung.

Die humanitäre Situation in den nie wirklich befriedeten Kivu-Provinzen hat sich drastisch verschlechtert, seit Rebellenmilizen und Regierungstruppen Ende August erneut die Waffen aufgenommen haben – trotz umfassender Friedensabkommen. Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) mussten seit Ende August mehr als 100'000 Menschen aus ihren Dörfern fliehen, doch die prekäre Sicherheitslage erlaubt es den Hilfsorganisationen nicht, ihnen die dringend benötige Hilfe zukommen zu lassen. Die Blauhelmsoldaten der bislang teuersten Uno-Mission der Welt stehen dem Wiederaufflammen der Kriegshandlungen weitgehend hilflos gegenüber, während sich die Beziehungen zwischen dem Kongo und Ruanda zunehmend verdüstern.

Kinshasa verdächtigt das Nachbarland, die Rebellion des Tutsi-Generals Laurent Nkunda mit Geld und Waffen zu unterstützen, Kigali dementiert heftig, beschuldigt die DRK jedoch, das Problem der grossen Tutsi-Minderheit in den Kivu-Provinzen zu ignorieren. Der Ostkongo gilt als die Schwachstelle der riesigen DRK. Hier, wo die rohstoffreichen Kivu-Provinzen mit dem überbevölkerten und rohstoffarmen Gebiet der Grossen Seen zusammentreffen, sind die beiden grossen Kongo-Kriege der Neunzigerjahre entbrannt.

Dieser «afrikanischer Weltkrieg», in welchen rund ein halbes Dutzend afrikanische Staaten verwickelt waren, forderte mindestens 300'000 direkte und – durch Krankheit und Hunger – 3 Millionen indirekte Todesopfer. Ein neuer Kongo-Krieg würde das fragile Gleichgewicht der ganzen Region erneut bedrohen. (cda)

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