Zum Hauptinhalt springen

Internationale Koalition ist gegen den IS «gescheitert»

Strategisch wichtige Städte sind derzeit in der Macht der Terrormiliz IS. Iraks Ministerpräsident fühlt sich von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen.

«Sehr wenig Unterstützung vor Ort»: Irakische Soldaten im Kampf gegen die Terrormiliz IS.
«Sehr wenig Unterstützung vor Ort»: Irakische Soldaten im Kampf gegen die Terrormiliz IS.
Hadi Mizban, Keystone

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hält die bisherige Strategie der internationalen Koalition gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) für gescheitert. «Ich denke, dass es ein Scheitern der internationalen Gemeinschaft ist», sagte al-Abadi mit Blick auf den Kampf gegen IS am Dienstag kurz vor Beginn einer internationalen Konferenz zu dem Thema in Paris. Dabei prangerte er auch eine zu geringe Unterstützung für sein Land an: «Es wird viel über Unterstützung für den Irak geredet, aber es gibt sehr wenig vor Ort.»

Die US-geführte internationale Koalition fliegt seit dem vergangenen Jahr Luftangriffe gegen die Islamistenmiliz im Irak und in Syrien. Dennoch konnten IS-Kämpfer kürzlich die strategisch wichtigen Städte Ramadi im Irak und Palmyra in Syrien erobern.

Al-Abadi forderte die internationale Gemeinschaft auch auf, sein Land verstärkt Waffen kaufen zu lassen, um die für ihre Gräueltaten bekannten Extremisten bekämpfen zu können. Seine Land habe «fast keine» Waffen erhalten. Unter anderem wegen bestehender Sanktionen gegen Russland und den Iran könne Bagdad keine Waffen kaufen.

Immer mehr ausländische IS-Kämpfer

Nach Angaben des irakischen Regierungschefs nimmt die Zahl ausländischer Kämpfer in den Reihen des IS zu. In der Vergangenheit seien es 42 Prozent Ausländer und 58 Prozent Iraker gewesen. Heute sei das Verhältnis umgekehrt bei 60 Prozent ausländischen Kämpfern und 40 Prozent Irakern. Er verlangte Erklärungen, warum so viele gewaltbereite Islamisten aus den Golfstaaten, aus Ägypten, Syrien, der Türkei und europäischen Ländern in den Irak kommen könnten.

Zu der Konferenz der internationalen Anti-IS-Koalition, die am Vormittag in Paris beginnt, werden mehr als 20 Minister und Vertreter internationaler Organisationen erwartet. Auch Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wollte daran teilnehmen. Bei dem Treffen sollte es um die Strategie der Koalition gehen. Auf Bagdad sollte aber auch der Druck erhöht werden, sunnitische Bevölkerungsgruppen neben den Schiiten besser einzubinden.

US-Aussenminister John Kerry hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen: Er hatte sich am Wochenende beim Radfahren in Frankreich ein Bein gebrochen.

(AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch