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Allianz umzingelt IS-Bastion al-Raqqa

Rund 4000 «von ihrer Führung im Stich gelassene» Jihadisten sollen sich noch in der syrischen Stadt befinden. Beobachter gehen davon aus, dass die Eroberung noch Monate dauern könnte.

Fluchtwege für IS-Kämpfer abgeschnitten: Die zerstörte Stadt Al-Raqqa ist komplett von kurdischen Truppen umkreist. (Archiv)
Fluchtwege für IS-Kämpfer abgeschnitten: Die zerstörte Stadt Al-Raqqa ist komplett von kurdischen Truppen umkreist. (Archiv)
Keystone

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht nicht nur in Mosul im Irak militärisch mit dem Rücken zur Wand. In Syrien ist auch die IS-Hochburg al-Raqqa nun komplett von kurdischen Truppen umkreist. Über einen Gegenangriff der Jihadisten gab es widersprüchliche Angaben.

Den IS-Kämpfern sei der letzte Fluchtweg aus ihrem Kontrollgebiet abgeschnitten worden, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) und kurdische Quellen am späten Donnerstagabend mit. Laut Institute for the Study of War (Washington) sind in der Stadt 50'000 bis 100'000 Zivilisten eingeschlossen.

Bodeneinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) setzten die «von ihrer Führung im Stich gelassenen» Jihadisten an allen Fronten unter Druck, teilte ein Sprecher der Militäroperation gegen den IS unter Führung der USA mit.

Kurdischen Quellen zufolge befinden sich noch gut 4000 IS-Kämpfer in al-Raqqa. In der Stadt ist noch ein Gebiet von mehreren Kilometern Durchmesser unter der Kontrolle der Terrormiliz IS. Die Eroberung könnte Beobachtern zufolge Wochen, vielleicht auch Monate dauern.

Die Jihadisten haben al-Raqqa jedoch noch nicht aufgegeben: Nach einem heftigen Gegenangriff gab es heute widersprüchliche Darstellungen über die Lage. SOHR berichtete, der IS habe das Industrieviertel zurückerobert; die SDF-Miliz erklärte dagegen, der Angriff sei abgewehrt worden.

Wichtigste IS-Stadt

Neben dem fast komplett eroberten Mosul im Irak gilt al-Raqqa am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Der Ort wird seit 2014 von den Extremisten beherrscht.

Im November hatte die von den USA geführte Operation zur Befreiung der Stadt aus den Händen der Terrormiliz begonnen. Das Bündnis wird von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an. Die Terrormiliz steht drei Jahre nach der Verkündung ihres sogenannten Kalifats in Syrien und dem Irak militärisch mit dem Rücken zur Wand. In der einstigen Hochburg Mosul wird nur noch ein kleiner Teil von den Jihadisten kontrolliert.

Zudem hat sich die Terrormiliz komplett aus der syrischen Provinz Aleppo zurückgezogen. Der IS habe sich zuletzt aus 17 Städten und Dörfern zurückgezogen und sei nun nirgendwo mehr in Aleppo präsent, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute. Die Angaben wurden aus einer syrischen Militärquelle bestätigt.

AP/nag/chk

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