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Iran erhöht Zahl der Uran-Zentrifugen

Nach dem Atomabkommen von 2015 hatte der Iran die Zahl seiner Zentrifugen eigentlich deutlich reduziert.

sep
Iran kündigt die Produktion neuer Zentrifugen an: Die Uranium Conversion Facility (UCF) in Isfahan. (Archiv)
Iran kündigt die Produktion neuer Zentrifugen an: Die Uranium Conversion Facility (UCF) in Isfahan. (Archiv)
Behrouz Mehri, AFP
Finanzminister Steven Mnuchin (Bild) sagte, man könne nicht zwischen einem politischen Flügel der Hizbollah und ihren «globalen Terrorplänen» unterscheiden.
Finanzminister Steven Mnuchin (Bild) sagte, man könne nicht zwischen einem politischen Flügel der Hizbollah und ihren «globalen Terrorplänen» unterscheiden.
Michael Reynolds/EPA, Keystone
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres fordert nach der Konfrontation zwischen Israel und iranischen Einheiten in Syrien ein «sofortiges Ende aller Feindseligkeiten» im Nahen Osten.
UNO-Generalsekretär Antonio Guterres fordert nach der Konfrontation zwischen Israel und iranischen Einheiten in Syrien ein «sofortiges Ende aller Feindseligkeiten» im Nahen Osten.
Khalil Senosi, Keystone
Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Donnerstag ihre bislang grösste Militäroffensive auf mutmassliche iranische Ziele in Syrien gestartet. Dies als Reaktion auf iranische Angriffe auf israelische Stellungen auf den besetzten Golanhöhen.
Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Donnerstag ihre bislang grösste Militäroffensive auf mutmassliche iranische Ziele in Syrien gestartet. Dies als Reaktion auf iranische Angriffe auf israelische Stellungen auf den besetzten Golanhöhen.
Menahem Kahana, AFP
Das vom syrischen Staatssender veröffentlichte Bild zeigt das syrische Luftabwehrsystem, das eine israelische Rakete über syrischem Luftraum abfängt.
Das vom syrischen Staatssender veröffentlichte Bild zeigt das syrische Luftabwehrsystem, das eine israelische Rakete über syrischem Luftraum abfängt.
Central War Media, AFP
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte die Militäroffensive auf mutmassliche iranische Ziele in Syrien mit dem Überschreiten einer «roten Linie» durch Teheran.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte die Militäroffensive auf mutmassliche iranische Ziele in Syrien mit dem Überschreiten einer «roten Linie» durch Teheran.
Thomas Coex, AFP
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, im Nahen Osten gehe es derzeit «wahrlich um Krieg und Frieden».
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte, im Nahen Osten gehe es derzeit «wahrlich um Krieg und Frieden».
Michael Kappeler, AFP
Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat der internationalen Gemeinschaft nach Ansicht von Merkel schweren Schaden zugefügt.
Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran hat der internationalen Gemeinschaft nach Ansicht von Merkel schweren Schaden zugefügt.
Leon Kügeler, Reuters
UNO befürchtet einen Flächenbrand in Nahost: Während Anti-USA-Protesten in Teheran zünden Iraner eine US-Flagge an.
UNO befürchtet einen Flächenbrand in Nahost: Während Anti-USA-Protesten in Teheran zünden Iraner eine US-Flagge an.
Keystone
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag den Ausstieg der USA aus dem Atom-Abkommen bekanntgegeben. (8. Mai 2018)
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag den Ausstieg der USA aus dem Atom-Abkommen bekanntgegeben. (8. Mai 2018)
Jonathan Ernst, Reuters
US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung zum Atomabkommen mit dem Iran bekanntgegeben: Die Sanktionen werden wieder in Kraft gesetzt.
US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung zum Atomabkommen mit dem Iran bekanntgegeben: Die Sanktionen werden wieder in Kraft gesetzt.
Evan Vucci, Keystone
Trump begründete dies unter anderem damit, dass Teheran trotz der Vereinbarung von 2015 sein Streben nach Atomwaffen fortgesetzt habe.
Trump begründete dies unter anderem damit, dass Teheran trotz der Vereinbarung von 2015 sein Streben nach Atomwaffen fortgesetzt habe.
Jonathan Ernst, Reuters
Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Iran-Entscheidung von Donald Trump telefonierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit dem US-Präsidenten. Umstimmen konnte er Trump allerdings nicht.
Wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Iran-Entscheidung von Donald Trump telefonierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit dem US-Präsidenten. Umstimmen konnte er Trump allerdings nicht.
Philippe Wojazer, Reuters
Zuvor hatte der britische Aussenminister Boris Johnson in einem Gastbeitrag für die «New York Times» vom Sonntag für das Atomabkommen geworben.
Zuvor hatte der britische Aussenminister Boris Johnson in einem Gastbeitrag für die «New York Times» vom Sonntag für das Atomabkommen geworben.
Hannah McKay, Reuters
Trotzdem ist die EU «entschlossen», das Abkommen aufrecht zu erhalten. Die Vereinbarung erfülle ihren Zweck, «dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt», sagte die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini.
Trotzdem ist die EU «entschlossen», das Abkommen aufrecht zu erhalten. Die Vereinbarung erfülle ihren Zweck, «dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt», sagte die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini.
Borislav Troshev, Keystone
Auch nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen hält Teheran an der Vereinbarung fest. Das versicherte der iranische Präsident Hassan Ruhani in einer Fernsehansprache.
Auch nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen hält Teheran an der Vereinbarung fest. Das versicherte der iranische Präsident Hassan Ruhani in einer Fernsehansprache.
Iranian Presidency Office, Keystone
UN-Generalsekretär Antonio Guterres ruft die übrigen Unterzeichner dazu auf, ihre Verpflichtungen des Abkommens einzuhalten. Die Teilnehmer des sogenannten Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) sollten «vollständig zu ihren jeweiligen Verpflichtungen stehen», erklärte Guterres.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres ruft die übrigen Unterzeichner dazu auf, ihre Verpflichtungen des Abkommens einzuhalten. Die Teilnehmer des sogenannten Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) sollten «vollständig zu ihren jeweiligen Verpflichtungen stehen», erklärte Guterres.
Alexandre Meneghini, Reuters
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Entscheidung begrüsst. «Israel unterstützt voll die heute getroffene mutige Entscheidung von Präsident Trump, das katastrophale Abkommen zu verlassen», sagte Netanjahu.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Entscheidung begrüsst. «Israel unterstützt voll die heute getroffene mutige Entscheidung von Präsident Trump, das katastrophale Abkommen zu verlassen», sagte Netanjahu.
Yiannis Kourtglou, AFP
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Der Iran unternimmt einen ersten Schritt zur erneuten Ausweitung seiner Urananreicherung. Die Führung in Teheran informierte am Dienstag die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) über das Vorhaben, die Zahl seiner Uran-Zentrifugen zu erhöhen

Zugleich erklärte sie, die neuen Uran-Zentrifugen bedeuteten keinen Verstoss gegen das von den USA aufgekündigte internationale Atomabkommen von 2015. Vize-Präsident Ali Akbar Salehi sagte weiter, der Schritt bedeute überdies nicht das Scheitern der Gespräche mit den Europäern über die Rettung des Abkommens.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei hatte am Montag gesagt, die Europäer dürften nicht erwarten, dass der Iran die neuen US-Sanktionen erdulden werde und zugleich weiterhin die Einschränkung seines Atomprogramms akzeptiere. Dies sei ein «Traum», der niemals wahr werde.

Salehi sagte nun, der Iran habe die IAEA am Montag per Brief über die Entscheidung zur Herstellung neuer Zentrifugen informiert. Womöglich könne schon Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natans ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden. Die Herstellung neuer Zentrifugen bedeute aber nicht, dass diese sofort installiert würden, sagte Salehi, der auch Leiter der iranischen Atomenergiebehörde ist.

Israel reagiert scharf

Die israelische Regierung verurteilte die iranischen Vorbereitungen für eine unbegrenzte Urananreicherung am Dienstag scharf und drohte dem Land mit einem militärischen Angriff. Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärte in einer Videobotschaft, Iran wolle «ein Arsenal von Atombomben» produzieren, um Israel zu zerstören. «Wir sind nicht überrascht. Wir werden dem Iran nicht gestatten, sich Nuklearwaffen zu verschaffen.»

Geheimdienstminister Israel Katz erklärte, wenn die Führung in Teheran ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufnehme, werde «eine internationale Koalition unter US-Führung den Iran vorwarnen und dann militärisch angreifen». Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nannte die Ankündigung Teherans «ein Zeichen von Massenhysterie und Panik innerhalb der iranischen Führung».

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte nach seiner Unterredung mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu in Paris, es gehe darum, «die Lage zu stabilisieren und nicht einer Eskalation nachzugeben», die zu einem «Konflikt» führen könne. Teherans Erklärungen bedeuteten keinen Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015. In Anspielung auf Trump fügte Macron hinzu, wer das Abkommen aufkündige, ermutige die andere Seite nicht zur Einhaltung des Vertrags. Allerdings sei das Abkommen nicht «völlig zufriedenstellend» und müsse überarbeitet werden.

Trump mit Alleingang

Der Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natans und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte Teheran zu, seine Vorräte hochangereicherten Urans zu beseitigen und Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Das Abkommen erlaubt dem Iran aber, neue Zentrifugen herzustellen, solange er sie nicht vor 2025 in Betrieb nimmt.

Die Urananreicherung dient der Herstellung von Brennstoff für Atomkraftwerke, höher angereichertes Uran kann auch zu medizinischen Zwecken verwendet werden. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist zugleich ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Der Iran hat stets bestritten, nach Atomwaffen zu streben, und betont, dass seine Atomanlagen ausschliesslich zivilen Zwecken dienten.

US-Präsident Donald Trump entschied Anfang Mai jedoch, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen und die ausgesetzten Finanz- und Handelssanktionen gegen Teheran wieder einzusetzen. Der Iran warnte daraufhin, dass er die Urananreicherung wieder hochfahren werde, wenn die europäischen Vertragspartner ihm nicht konkrete Garantien geben würden, um die iranische Wirtschaft vor den neuen US-Sanktionen zu schützen.

(AFP)

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