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Iran lässt 26-Jährige hinrichten

Weil sie einen Mann getötet hat, der sie sexuell belästigt haben soll, sass Reyhaneh Dschabbari fünf Jahre lang in der Todeszelle. Iranische und westliche Prominente setzten sich für sie ein – vergeblich.

Soll unter massivem Druck ein Geständnis abgegeben haben: Reyhaneh Dschabbari vor Gericht in Teheran. (15. Dezember 2008)
Soll unter massivem Druck ein Geständnis abgegeben haben: Reyhaneh Dschabbari vor Gericht in Teheran. (15. Dezember 2008)
AFP

Trotz internationaler Appelle ist im Iran am Samstag eine 26-jährige Frau nach fünf Jahren in der Todeszelle hingerichtet worden. Die Innenarchitektin Reyhaneh Dschabbari wurde im Morgengrauen gehängt.

Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Teheran. In einer Nachricht auf einer Facebookseite, auf der zur Rettung des Lebens der jungen Frau aufgerufen worden war, wurde die Urteilsvollstreckung bestätigt.

In Selbstverteidigung erstochen

Die 26-Jährige war wegen Mordes an dem Geheimdienstmitarbeiter Mortesa Abdolali Sarbandi verurteilt worden. Dem UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Iran, Ahmed Shaheed, zufolge war Dschabbari von Sarbandi als Innenarchitektin engagiert worden. In seiner Wohnung soll er sie sexuell belästigt haben, woraufhin sie ihn in Selbstverteidigung erstochen habe.

Neben iranischen Schauspielern und anderen Prominenten gab es auch im Westen zahlreiche Stimmen, die eine Aussetzung der Todesstrafe für die junge Frau gefordert hatten. Nach Angaben der Vereinten Nationen und internationaler Menschenrechtsgruppen kam Dschabbaris Geständnis unter massivem Druck und Drohungen seitens der Anklage zustande.

Die UNO hat bereits mehr als 250 Hinrichtungen im Iran in diesem Jahr gezählt.

SDA/fko

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