Iran will in weiterer Anlage Uran anreichern

Die Islamische Republik verstösst erneut gegen Sanktionen und nimmt die Anlage Fordo südlich von Teheran wieder in Betrieb. Das stösst international auf Kritik.

Die Massnahmen sind ein Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015: Mitarbeiter in der Atomanlage Fordo. Foto: Keystone

Die Massnahmen sind ein Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015: Mitarbeiter in der Atomanlage Fordo. Foto: Keystone

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Der Iran wird am Wochenende die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo südlich von Teheran wieder aufnehmen. Das gab der Sprecher der iranischen Atomorganisation (AEOI), Behrus Kamalwandi, am Donnerstag bekannt.

Inzwischen sei bereits Urangas in die 1044 Zentrifugen in Fordo injiziert worden, sie müssten aber vor der Anreicherung noch stabilisiert werden. Das werde noch bis Samstag dauern. Danach sei Fordo bereit dafür, die Urananreicherung bis zu einem Anreicherungsgrad von 4,5 Prozent wieder aufzunehmen, fügte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hinzu.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien wurde nach Angaben Kamalwandis über alle Schritte in Fordo in Kenntnis gesetzt. IAEA-Inspektoren würden am Samstag auch vor Ort präsent sein.

Die Massnahmen sind ein Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015, das die Entwicklung einer iranischen Atombombe verhindern soll. Nach dem mühsam ausgehandelten Wiener Vertrag sollte Fordo nur für wissenschaftliche Projekte genutzt werden - die Zentrifugen dort durften ohne Gasinjektion lediglich getestet werden. Seit Mittwoch - und dem Beginn der vierten Phase des iranischen Teilausstiegs aus dem Atomdeal - agiert Fordo jedoch wieder neben Natans als eine weitere Anlage für Urananreicherung.

Inspektorin erhält keinen Zugang

Inmitten der Abkehr vom Atomabkommen wurde einer internationalen Inspektorin die Akkreditierung entzogen. Bei der IAEA-Mitarbeiterin sei ein Alarm ausgelöst worden, weil der Verdacht bestanden habe, sie könnte ein «verdächtiges Produkt» bei sich haben. Ihr sei der Zugang zu der Anlage verwehrt worden.

Dies sei bereits in der vergangenen Woche bei einer Eingangskontrolle an der Urananreicherungsanlage von Natans erfolgt, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Donnerstag mit. Die iranische Atomenergiebehörde erklärte, sie habe die IAEA über den Vorfall informiert. Die Inspektorin sei nach Wien ausgereist - dort hat die internationale Atomenergiebehörde ihren Sitz.

Die USA und die Europäische Union kritisierten den Iran deutlich für den Zwischenfall mit der Inspektorin. «Wir rufen den Iran auf sicherzustellen, dass es in der Zukunft nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt», hiess es in einer EU-Erklärung vor dem Gouverneursrat der IAEA, der zu einer Sondersitzung zusammengekommen war. Die US-Botschafterin Jackie Wolcott bezeichnete den Vorfall als «ungeheuerliche Provokation».

Die vierte Phase des iranischen Teilausstiegs löste international Besorgnis und Kritik aus, auch seitens des iranischen Verbündeten Russland. Teheran weist die Kritik vehement zurück und verweist stets auf den Ausstieg der USA aus dem Abkommen im Mai 2018. (step/sda)

Erstellt: 07.11.2019, 19:14 Uhr

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