Iran will laut Bericht britischen Öltanker stoppen

Iranische Militärschiffe sollen an der Meerenge von Hormus einen britischen Öltanker aufgefordert haben, iranische Gewässer anzusteuern. Dies berichten amerikanische Medien.

Wurde vor einer Woche von den Behörden Gibraltars mit Hilfe der britischen Marine beschlagnahmt: die «Grace 1», ein Supertanker mit iranischem Öl. afp/Jorge Guerrero

Wurde vor einer Woche von den Behörden Gibraltars mit Hilfe der britischen Marine beschlagnahmt: die «Grace 1», ein Supertanker mit iranischem Öl. afp/Jorge Guerrero

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Die US-Fernsehsender CNN und Fox News berichteten am Mittwochabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus der US-Administration, fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden hätten sich dem Tanker «British Heritage» am Mittwoch nahe der Strasse von Hormus genähert.

CNN meldete, die Iraner hätten das britische Schiff aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und iranisches Gewässer anzusteuern. Ein britisches Kriegsschiff habe den Tanker jedoch begleitet, sei eingeschritten und habe die iranischen Boote zurückgedrängt. Es gebe US-Luftaufnahmen des Zwischenfalls, hiess es weiter.

Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den Tanker zu drangsalieren.

Iranischer Supertanker beschlagnahmt

Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium. Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften auch einer internationalen Lösung. Die Weltwirtschaft sei abhängig von freien Handelswegen, und es sei an allen Nationen, diese zu schützen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen.

Vor einer Woche hatten die Behörden Gibraltars mit Hilfe der britischen Marine einen Supertanker mit iranischem Öl beschlagnahmt. Die «Grace 1» soll versucht haben, illegal Rohöl in das Bürgerkriegsland Syrien zu bringen. Der iranische Präsident Hassan Rohani drohte Grossbritannien nach der Festsetzung des Tankers mit «Konsequenzen».

Nadelöhr des weltweiten Ölhandels

Die schmale Meerenge von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels: Durch die Seestrasse zwischen dem Iran und Oman wird ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls befördert.

Inmitten der wachsenden Spannungen zwischen Teheran und Washington kam es in der Region zuletzt zu mehreren Zwischenfällen. Öltanker wurden angegriffen, wofür die USA den Iran verantwortlich machten.

Der Iran schoss zudem eine US-Drohne ab. Am Dienstag sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford, die USA wollten eine internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern in der Golfregion schmieden. (sda)

Erstellt: 11.07.2019, 05:41 Uhr

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