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Iranischer Botschafter verspricht Kehrtwende in der Atompolitik

Gibt der Iran im Atomkonflikt nach? Offenbar zeigt sich Teheran dazu bereit, Uran nur noch zu fünf Prozent anzureichern. Bisher war immer von 20 Prozent die Rede.

«Zum ersten Mal wurden wir nicht diskriminiert»: Ali Resa Scheich Attar.
«Zum ersten Mal wurden wir nicht diskriminiert»: Ali Resa Scheich Attar.

Der Iran ist nach den Worten seines Botschafters in Deutschland zu einem Verzicht auf die 20-prozentige Urananreicherung bereit. Aliresa Scheich Attar sagte der «Financial Times Deutschland»: «Wir haben jetzt für eine Anreicherung von 20 Prozent keine Verwendung mehr.» Die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent steht im Mittelpunkt des Konflikts, über den der Iran zuletzt in Bagdad und Istanbul mit den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland beraten hat.

«Für Nuklearreaktoren wie wir einen haben, braucht man eine Anreicherung von nur fünf Prozent», sagte der Botschafter. Der Westen versucht, den Iran von der Anreicherung auf 20 Prozent abzubringen – aus Furcht vor einer späteren Anreicherung auf 90 Prozent, mit der waffenfähiges Uran produziert werden könnte.

Seitenhieb auf die Israelis

Scheich Attar lobte in dem Interview die Gesprächsatmosphäre in Istanbul und Bagdad. «Zum ersten Mal wurden wir nicht diskriminiert und hatten kein beleidigendes Verhalten zu ertragen.» Der Diplomat warnte zugleich Israel vor Einmischung. Israel sitze zwar nicht mit am Tisch, vermutlich sabotiere es aber die Gespräche. Scheich Attar warf Israel ausserdem vor, hinter der neuen Cyberwaffe Flame zu stecken. «Die Israelis können keinen richtigen Krieg gegen uns gewinnen, deswegen versuchen sie es so», sagte er.

Der Computervirus Flame soll noch gefährlicher sein als der Wurm Stuxnet, der im Jahr 2010 in der iranischen Atomanlage Natans unter anderem Zentrifugen lahmgelegt hatte. Der israelische Vize-Regierungschef Mosche Jaalon erklärte, der Einsatz eines Virus sei «sinnvoll» im Kampf gegen die Bestrebungen des Iran, eine Atomwaffe zu entwickeln. Die Regierung in Teheran bestreitet solche Absichten.

AFP/mrs

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