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IS erhält Verstärkung aus Ägypten

Die bisher grösste Jihadisten-Gruppe ausserhalb Syriens und des Irak schwört dem selbsternannten Kalifen des Islamischen Staats (IS) die Treue. Bagdadis Schicksal ist indes weiterhin unklar.

Seit dem Sturz des Muslimbruder-Präsidenten Mohammed Mursi gibt es in Ägypten mehr Terroranschläge: Ein Pferdegspann vor dem Hintergrund von Zusammenstössen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern in Luxor. (19. Juni 2013)
Seit dem Sturz des Muslimbruder-Präsidenten Mohammed Mursi gibt es in Ägypten mehr Terroranschläge: Ein Pferdegspann vor dem Hintergrund von Zusammenstössen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern in Luxor. (19. Juni 2013)
Ibrahim Zayed, Keystone

Der militärische Erfolg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fasziniert immer mehr Jihadisten ausserhalb Iraks und Syriens. Nach Islamisten aus Libyen und Algerien hat sich mit der ägyptischen Ansar Beit al-Makdis die bislang grösste Gruppe dem IS angeschlossen.

Am Sonntagabend teilte die ägyptische Islamistengruppe Ansar Beit al-Makdis in einer Audiobotschaft im Internet mit, dem IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue geschworen zu haben. Ansar Beit al-Makdis («Unterstützer Jerusalems») steht auf der Terrorliste der USA. Die extremistischen Sunniten haben sich zu zahlreichen Anschlägen im Norden der Sinai-Halbinsel und in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bekannt. In der Vergangenheit hatten Anhänger der Ansar zum Kampftraining IS-Stellungen in Syrien besucht.

Der IS hat seit Juni mit einem brutalen Vormarsch im Irak und Syrien grosse Gebiete unter seine Kontrolle gebracht und ein islamisches «Kalifat» ausgerufen. Bereits im September hatten sich algerische Islamisten als Dschund al-Chilafa («Soldaten des Kalifats») dem IS angeschlossen. Ende Oktober schworen Islamisten der ostlibyschen Küstenstadt Derna dem IS ihre Treue.

Ungewissheit über IS-Führer

Am Montag blieb weiterhin unklar, ob IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Angriff verletzt wurde. Das Innen- und das Verteidigungsministerium im Irak machten zum Schicksal Al-Bagdadis unterschiedliche Angaben. Laut einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Mitteilung des Innenministeriums soll er am Sonntagmorgen bei einem Schlag irakischer Spezialkräfte getroffen worden sein. Der irakische Verteidigungsminister gab hingegen an, Al-Bagdadi sei bei einem von den USA durchgeführten Angriff am Freitagabend verletzt worden.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte dazu am Montag, es habe einen US-Luftangriff vergangene Woche auf einen Autokonvoi von «Schlachtführern» des IS im Norden des Iraks gegeben. Es sei aber niemand von der Führungsriege des IS ins Visier genommen worden.

Obama kündigt neue Phase an

US-Präsident Barack Obama will im Irak eine «neue Phase» im Kampf gegen den IS einleiten. Die Luftangriffe hätten «sehr wirksam» den Vormarsch der Jihadisten verlangsamt, sagte Obama in einem Interview des Senders CBS. Statt zu versuchen, ihnen nur den Schwung zu nehmen, sei man jetzt in einer Position, damit anzufangen, etwas in die Offensive zu gehen.

«Was wir jetzt brauchen, sind Bodentruppen, irakische Bodentruppen, die damit beginnen, sie zurückzudrängen», sagte der US-Präsident. Am Freitag hatte Obama die Entsendung weiterer 1500 US-Soldaten als Ausbilder irakischer Truppen in den Irak verkündet.

Assad will UN-Plan für Waffenruhe prüfen

In Syrien erklärte sich Präsident Bashar al-Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Montag bereit, einen UNO-Plan zur Einrichtung von regionalen Waffenruhezonen zu prüfen. Assad empfing den UNO-Gesandten Staffan de Mistura zu Gesprächen über die Lage in dem Bürgerkriegsland. Dabei sei auch über die Situation in der hart umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo gesprochen worden.

De Mistura habe Assad die Errichtung regionaler Waffenruhezonen – unter anderem für Aleppo – vorgeschlagen. Die Zonen sollten die Lieferung von Hilfsgütern erleichtern und ein Schritt zu einer Friedenslösung sein, berichtete zuvor die syrische Tageszeitung «Al-Watan».

Trotz des Besuchs des Diplomaten gingen die Streitkräfte Assads auch am Montag mit aller Härte gegen die Gegner im Land vor. Kampfflieger warfen nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehrere Fassbomben nordöstlich und südlich von Aleppo ab.

(sda/AP)

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