Zum Hauptinhalt springen

IS-Kämpfer in den Saddam-Tunnels vor Bagdad

Die Islamisten im Irak nutzen ein Tunnelsystem, das einst von Saddam Hussein erbaut wurde. Was hat es mit dem «Dreieck des Todes» auf sich, an dem sich schon US-Soldaten die Zähne ausbissen?

Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Die Regierung könnte nun bald den Marschbefehl erteilen: Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien bei Suruc beobachten Kämpfe zwischen kurdischen Einheiten und Kämpfern des IS westlich von Kobane (Ain al-Arab). (2. Oktober 2014)
Bulent Kilic, AFP
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt vor dem Parlament für den Einsatz von Truppen in den Nachbarländern. (1. Oktober 2014)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt vor dem Parlament für den Einsatz von Truppen in den Nachbarländern. (1. Oktober 2014)
Kayhan Ozer, Keystone
Immer mehr Kurden aus der Region um Kobane fliehen vor den heranrückenden Kämpfern des IS: Flüchtlinge beim Grenzübergang Yumurtalik bei Suruc. (1. Oktober 2014)
Immer mehr Kurden aus der Region um Kobane fliehen vor den heranrückenden Kämpfern des IS: Flüchtlinge beim Grenzübergang Yumurtalik bei Suruc. (1. Oktober 2014)
Burhan Ozbilici, Keystone
Erfolge im Irak: Ein kurdischer Kämpfer während eines Gefechts bei Buyuk Yeniga. (4. September 2014)
Erfolge im Irak: Ein kurdischer Kämpfer während eines Gefechts bei Buyuk Yeniga. (4. September 2014)
Reuters
Sollen die zentrale Rolle im Kampf gegen den IS spielen: Schiitische Milizen im Ort al-Bohassan. (3. September 2014)
Sollen die zentrale Rolle im Kampf gegen den IS spielen: Schiitische Milizen im Ort al-Bohassan. (3. September 2014)
Reuters
«Massenhinrichtungen und -verschleppungen»: An einer Beerdigung südlich von Bagdad tragen Trauernde den Sarg eines Schiiten, der im Kampf gegen die IS-Milizen gefallen ist. (1. September 2014)
«Massenhinrichtungen und -verschleppungen»: An einer Beerdigung südlich von Bagdad tragen Trauernde den Sarg eines Schiiten, der im Kampf gegen die IS-Milizen gefallen ist. (1. September 2014)
Reuters
Feiern die Befreiung der belagerten Stadt Amerli: Schiitische Milizen feuern ihre Waffen in die Luft. (1. September 2014)
Feiern die Befreiung der belagerten Stadt Amerli: Schiitische Milizen feuern ihre Waffen in die Luft. (1. September 2014)
Youssef Boudlal, Reuters
Herrschaft im Nordosten Syriens gefestigt: Jubelnde IS-Kämpfer in Raqqa, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Herrschaft im Nordosten Syriens gefestigt: Jubelnde IS-Kämpfer in Raqqa, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Keystone
Umkämpfte Schlüsselstelle: Der Mosul-Staudamm.
Umkämpfte Schlüsselstelle: Der Mosul-Staudamm.
AFP
Die Kämpfe dauern an: Rauch steigt nach Luftschlägen nahe dem Mosul-Staudamm auf. (18. August 2014)
Die Kämpfe dauern an: Rauch steigt nach Luftschlägen nahe dem Mosul-Staudamm auf. (18. August 2014)
AP Photo/Khalid Mohammed, Keystone
Umkämpftes Gebiet: Ein kurdischer Peshmerga-Soldat hat in der Nähe des Mosul-Staudamms Stellung bezogen. (17. August 2014)
Umkämpftes Gebiet: Ein kurdischer Peshmerga-Soldat hat in der Nähe des Mosul-Staudamms Stellung bezogen. (17. August 2014)
Keystone
Zelt an Zelt reiht sich aneinander: Ein Flüchtlingscamp für Jesiden südwestlich der irakischen Stadt Dohuk. (15. August 2014)
Zelt an Zelt reiht sich aneinander: Ein Flüchtlingscamp für Jesiden südwestlich der irakischen Stadt Dohuk. (15. August 2014)
Youssef Boudlal, Reuters
Warten auf Essen und Trinken: Irakische Jesidinnen im Flüchtlingscamp stehen mit ihren Essensmarken an. (15. August 2014)
Warten auf Essen und Trinken: Irakische Jesidinnen im Flüchtlingscamp stehen mit ihren Essensmarken an. (15. August 2014)
Ahmad Al-Rubaye, AFP
Von hier aus fliegen die USA ihre Angriffe gegen die IS-Extremisten: Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (Archivbild)
Von hier aus fliegen die USA ihre Angriffe gegen die IS-Extremisten: Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (Archivbild)
Reuters
Flucht durch die Wüste: Jesiden werden von kurdischen Helfern in den Nordirak gebracht. (14. August 2014)
Flucht durch die Wüste: Jesiden werden von kurdischen Helfern in den Nordirak gebracht. (14. August 2014)
AFP
Die zusätzlichen Helfer aus den USA sollen am Boden die Rettung der Vertriebenen unterstützen: Verteilung von Nahrungsmitteln. (12. August 2014)
Die zusätzlichen Helfer aus den USA sollen am Boden die Rettung der Vertriebenen unterstützen: Verteilung von Nahrungsmitteln. (12. August 2014)
Keystone
Temperaturen von bis zu 45 Grad machen den Flüchtlingen zu schaffen: Ein Jeside hilft einer älteren Frau. (11. August 2014)
Temperaturen von bis zu 45 Grad machen den Flüchtlingen zu schaffen: Ein Jeside hilft einer älteren Frau. (11. August 2014)
Rodi Said, Reuters
Hunderte von Frauen und Kindern sollen die Islamisten entführt haben: Eine Jesidin nähert sich mit ihren Kindern der syrischen Grenze. (11. August 2014)
Hunderte von Frauen und Kindern sollen die Islamisten entführt haben: Eine Jesidin nähert sich mit ihren Kindern der syrischen Grenze. (11. August 2014)
Rodi Said, Reuters
Kehren nach der Flucht nach Syrien in die autonomen Kurdengebiete zurück: Jesidische Flüchtlinge beim Grenzübergang Fishkhabour. (10. August 2014)
Kehren nach der Flucht nach Syrien in die autonomen Kurdengebiete zurück: Jesidische Flüchtlinge beim Grenzübergang Fishkhabour. (10. August 2014)
Ari Jalal, Reuters
Auch Grossbritannien lässt Hilfsgüter abwerfen: Eine C-130 der britischen Luftwaffe wird in Südengland beladen. (8. August 2014)
Auch Grossbritannien lässt Hilfsgüter abwerfen: Eine C-130 der britischen Luftwaffe wird in Südengland beladen. (8. August 2014)
RAF/Neil Bryden
Wird für Lebensmittelabwürfe im Sinjar-Gebirge geladen: Eine Hercules C-130 der Royal Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Brize Norton. (8. August 2014)
Wird für Lebensmittelabwürfe im Sinjar-Gebirge geladen: Eine Hercules C-130 der Royal Air Force auf dem Luftwaffenstützpunkt Brize Norton. (8. August 2014)
Keystone
Rückkehr aus dem Irak: Eine F/A-18 Super Hornet der US-Marine bei der Landung auf dem Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (10. August 2014)
Rückkehr aus dem Irak: Eine F/A-18 Super Hornet der US-Marine bei der Landung auf dem Flugzeugträger USS George H. W. Bush. (10. August 2014)
US Navy
Fliehen, egal wie: Jesiden im Kofferraum eines Autos. (10. August 2014)
Fliehen, egal wie: Jesiden im Kofferraum eines Autos. (10. August 2014)
Reuters
Gewinnen mit Unterstützung der USA an Boden zurück: Kurdische Peshmerga-Truppen in der Nähe der Provinz Dahuk. (9. August 2014)
Gewinnen mit Unterstützung der USA an Boden zurück: Kurdische Peshmerga-Truppen in der Nähe der Provinz Dahuk. (9. August 2014)
Ari Jalal, Reuters
Massaker befürchtet: Ein schiitischer Kämpfer nahe der Stadt Amerli. (4. August 2014)
Massaker befürchtet: Ein schiitischer Kämpfer nahe der Stadt Amerli. (4. August 2014)
AFP
Überblick über das Einflussgebiet des IS.
Überblick über das Einflussgebiet des IS.
Tages-Anzeiger
Erobern Stadt um Stadt: IS-Kämpfer vor dem Hauptquartier der Kurdischen Partei im christlichen Dorf Bartella. (7. August 2014)
Erobern Stadt um Stadt: IS-Kämpfer vor dem Hauptquartier der Kurdischen Partei im christlichen Dorf Bartella. (7. August 2014)
Reuters
Die Flagge des IS weht über Mosul. (24. Juni 2014)
Die Flagge des IS weht über Mosul. (24. Juni 2014)
Reuters
IS rief in einer Audiobotschaft das «Kalifat» aus: Soldaten suchen während Kämpfen mit Jihadisten in Jurf al-Sakhar, Schutz. (30. Juni 2014)
IS rief in einer Audiobotschaft das «Kalifat» aus: Soldaten suchen während Kämpfen mit Jihadisten in Jurf al-Sakhar, Schutz. (30. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Die Folgen des blutigen Konflikts: Trauernde tragen den Sarg eines bei den Auseinandersetzungen gestorbenen irakischen Soldaten. (22. Juni 2014)
Die Folgen des blutigen Konflikts: Trauernde tragen den Sarg eines bei den Auseinandersetzungen gestorbenen irakischen Soldaten. (22. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Wollen sich für ihr Land einsetzen: Freiwillige schiitische Kämpfer trainieren in der irakischen Stadt Najaf. (22. Juni 2014)
Wollen sich für ihr Land einsetzen: Freiwillige schiitische Kämpfer trainieren in der irakischen Stadt Najaf. (22. Juni 2014)
Alaa Al-Marjani, Reuters
Sein Land droht zu zerfallen: Ein Iraker schwenkt die Landesfahne. (18. Juni 2014)
Sein Land droht zu zerfallen: Ein Iraker schwenkt die Landesfahne. (18. Juni 2014)
HAIDAR HAMDANI, AFP
Vor den Gefechten in Tall Afar geflohen: Flüchtlinge in einem Camp nahe Arbil. (16. Juni 2014)
Vor den Gefechten in Tall Afar geflohen: Flüchtlinge in einem Camp nahe Arbil. (16. Juni 2014)
EPA
Freuen sich über ihre Beute: IS-Kämpfer auf erbeuteten Fahrzeugen der irakischen Armee. (12. Juni 2014)
Freuen sich über ihre Beute: IS-Kämpfer auf erbeuteten Fahrzeugen der irakischen Armee. (12. Juni 2014)
Reuters
Markieren nach der Eroberung Präsenz: Kämpfer von IS an einem Checkpoint in Mosul. (12. Juni 2014)
Markieren nach der Eroberung Präsenz: Kämpfer von IS an einem Checkpoint in Mosul. (12. Juni 2014)
Reuters
An die Front: Irakische Freiwillige, die sich für den Kampf gegen die Extremisten gemeldet haben, auf einem Lastwagen der Armee. (12. Juni 2014)
An die Front: Irakische Freiwillige, die sich für den Kampf gegen die Extremisten gemeldet haben, auf einem Lastwagen der Armee. (12. Juni 2014)
Ahmed Saad, Reuters
1 / 38

Tunnel spielen nicht nur beim Krieg im Gazastreifen eine wichtige Rolle, sondern auch bei den Kämpfen im Irak. Südlich von Bagdad nutzen sunnitische Islamisten die noch aus der Zeit von Saddam Hussein stammenden unterirdischen Bauwerke, um sich der Verfolgung durch die Sicherheitskräfte zu entziehen.

Während sich alle Blicke auf den rasanten Vormarsch der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) von Norden aus auf Bagdad richten, warnen irakische Geheimdienstler und Militärs vor der Gefahr aus dem Süden: Aus dem Euphrat-Tal knapp südlich der Hauptstadt seien die Islamisten auch dank der Tunnel bereits gefährlich nahe an Bagdad herangerückt.

Ideales Versteck

«Dreieck des Todes» hiess die Gegend bei den US-Truppen wegen des erbitterten Widerstands von al-Qaida gegen die Besatzer. Die Region bot schon damals ideale Verstecke für Untergrundkämpfer: Die Bewohner der Region betreiben Ackerbau, sattgrüne Felder werden von Bewässerungsgräben durchzogen.

Die Bevölkerung setzt sich aus Sunniten und Schiiten zusammen. Sunnitische Siedlungsgebiete am oberen Euphrat gehen in die schiitischen Gebiete am unteren Flusslauf über.

In der Besatzungszeit war es eine der gefährlichsten Regionen des Landes. Heute bieten die dichte Vegetation und die Kanäle den Islamisten auf dem Vormarsch in Richtung Bagdad gute Deckung.

Schon bald in der Hauptstadt?

«Wir haben der Regierung gesagt, dass ein Militäreinsatz hier dringend nötig ist, um die Eroberung weiterer Orte südlich von Bagdad durch IS zu verhindern. Andernfalls stehen sie sehr kurz vor der Hauptstadt», sagt Falah al-Radhi vom Provinzrat in Hilla, der Region südlich von Bagdad.

Bereits seit einigen Wochen verlegen die sunnitischen Aufständischen Kämpfer, Waffen und Nachschub aus ihren Hochburgen im Westen des Landes durch geheime Wüstentunnel in die Stadt Jurf al-Sakhar etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt.

Saddam liess die Tunnel in den 90er-Jahren bauen, um darin Waffen vor den Inspektoren der Vereinten Nationen zu verbergen. Für die Islamisten sind sie ideale Verstecke, um von den Militärhelikoptern der Armee nicht entdeckt zu werden.

Die Kämpfer haben die Städte Falluja und Teile von Ramadi besetzt, wo al-Qaida schon früher den US-Truppen hartnäckig Widerstand leistete. Von einem Gelände in der Nähe einer Militäreinrichtung, die Saddams Soldaten einst nutzten, gelangen sie in die Tunnel.

«Das macht es für uns unmöglich, die Gegend unter Kontrolle zu bringen», sagt ein Geheimdienstler mit Blick auf Jurf al-Sakhar und die Städte unmittelbar südlich von Bagdad.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch