IS-Kämpfer sollen 3500 Menschen hingerichtet haben

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat laut Aktivisten innerhalb von 18 Monaten Tausende Menschen in Syrien exekutiert. Die meisten Opfer waren Zivilisten – darunter Frauen und Kinder.

Tausende Ermordungen: Ein Screenshot aus einem Exekutionsvideo des IS. (7. Oktober 2014)

Tausende Ermordungen: Ein Screenshot aus einem Exekutionsvideo des IS. (7. Oktober 2014) Bild: FBI Handout/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, sie habe seit Ende Juni 2014 insgesamt 3591 Hinrichtungen in Syrien dokumentiert. Unter den Todesopfern waren demnach 1945 Zivilisten, darunter 103 Frauen und 77 Kinder.

Die Jihadisten warfen den von ihnen ermordeten Zivilisten den Angaben zufolge Hexerei, Homosexualität oder Zusammenarbeit mit der US-geführten Koalition vor, die seit September 2014 Luftangriffe gegen den IS in Syrien fliegt.

400 tote Deserteure

Der Beobachtungsstelle zufolge handelte es sich bei fast der Hälfte der hingerichteten Zivilisten um Mitglieder des sunnitischen Schaitat-Stammes. Der IS hatte im Jahr 2014 mehr als 900 Stammesangehörige in der Provinz Deir Essor getötet, nachdem diese sich gegen die ebenfalls sunnitischen Extremisten aufgelehnt hatten.

Neben den Zivilisten wurden den Angaben zufolge 975 Regierungssoldaten und fast 250 Kämpfer anderer Rebellengruppen hingerichtet, aber auch mehr als 400 Kämpfer aus den eigenen Reihen, die desertieren wollten.

Tote nach Luftangriffen

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens wurden am Sonntag nach Angaben von Aktivisten mindestens 18 Zivilisten getötet und mehr als 40 weitere Menschen verletzt. Es habe sich «wahrscheinlich» um Angriffe der russischen Luftwaffe gehandelt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Angegriffen wurde demnach die Stadt Ariha in der Provinz Idlib, die von der «Eroberungsarmee» verschiedener islamistischer Rebellengruppen kontrolliert werde, darunter die mit al-Qaida verbündete Al-Nusra-Front, sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP.

Umstrittene russische Angriffe

Russland fliegt seit Ende September Angriffe in Syrien. Dabei werden nach Angaben der Beobachtungsstelle auch immer wieder Zivilisten getötet. Der Westen wirft Moskau vor, mit den Luftangriffen insbesondere Syriens Machthaber Baschar al-Assad an der Macht halten zu wollen. Neben dem IS wurden auch immer wieder Rebellen Ziel russischer Luftangriffe, darunter auch gemässigte Aufständische.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat ihren Sitz in Grossbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten und Ärzten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland kaum überprüfbar. (dia/sda)

Erstellt: 29.11.2015, 17:41 Uhr

Artikel zum Thema

Treffen mit einem IS-Killer

Er wurde vom Islamischen Staat zum Morden erzogen. Nun sitzt Mohammed W. im Gefängnis. Mehr...

Islamischer Staat sieht die Schweiz als Feind

In einem Film droht die Terroristengruppe rund 60 Staaten mit Anschlägen – auch der Schweiz. Die Echtheit des Videos ist unklar. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Hoher Blutdruck: Senken Sie das Risiko

Ein zu hoher Blutdruck kann gefährlich werden. Vor allem, wenn er lange nicht erkannt wird. Die jährliche Blutdruckmessung in der Rotpunkt Apotheke hilft mit, die Risiken zu senken.

Blogs

Geldblog Solarenergie: So setzen Sie auf den Megatrend

Sweet Home Da werden wir weich

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...