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Israel feuert auf Ziele in Syrien

Als Vergeltung für einen Granateinschlag auf israelischem Territorium hat die Armee zurückgeschossen und «direkte Treffer» gemacht. Auch an der Grenze zur Türkei bleibt die Lage explosiv.

Scharmützel an der Grenze: Israelische Merkava-Panzer auf den Golan-Höhen gegenüber dem syrischen Dorf Breqa. (6. November 2012)
Scharmützel an der Grenze: Israelische Merkava-Panzer auf den Golan-Höhen gegenüber dem syrischen Dorf Breqa. (6. November 2012)
Reuters

Die israelischen Streitkräfte haben heute Montag nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge auf Ziele in Syrien geschossen. Es handele sich um eine Reaktion auf einen Mörsereinschlag auf den Golanhöhen, erklärte die Streitkräfteführung und meldete «direkte Treffer». Berichte über Verletzte gab es nicht. Am Sonntag hatte Israel erstmals eine Rakete auf syrisches Gebiet gefeuert.

Auf den von Israel nach dem Sechstagekrieg 1967 annektierten Golanhöhen sind in letzter Zeit durch den Bürgerkrieg immer wieder Mörsergranaten eingeschlagen. Israel hat erklärt, es betrachte dies als Versehen, mache aber dennoch die syrische Regierung dafür verantwortlich.

Anfang Oktober hatte die Türkei nach einem tödlichen Granateneinschlag in einem Grenzdorf mit Artillerie auf Syrien gefeuert. Seitdem ist die Sorge gross, der syrische Bürgerkrieg könnte auf die Nachbarländer übergreifen.

Syrischer Jet wirft Granate an Grenze zur Türkei ab

Ein syrisches Kampfflugzeug hat am Montag die Ortschaft Ras al-Ain an der Grenze zur Türkei beschossen. Weniger als 150 Meter von der Grenze entfernt wurde eine starke Bombe abgeworfen, mindestens vier Menschen wurden getötet, wie ein AFP-Fotograf und die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichteten.

Unter den Bewohnern brach Panik aus, einige flüchteten über die Grenze in die Türkei. Von den zahlreichen Verletzten wurden einige in die benachbarte türkische Stadt Ceylanpinar gebracht. Bei den Toten handelt es sich laut Anadolu um Syrer. 20 Verletzte schwebten in Lebensgefahr.

Der Bürgermeister von Ceylanpinar, Ismail Arslan, sagte der türkischen Nachrichtenagentur, auch auf türkischer Seite gebe es Verletzte durch Splitter von Fensterscheiben, die bei der Explosion zerbarsten.

Zuflucht in der Türkei

Ras al-Ain ist einer von zwei Grenzposten an der syrisch-türkischen Grenze, die von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Vier andere sind in Rebellenhand, ein weiterer wird von kurdischen Milizen gehalten. Syrische Rebellen und regierungstreue Kämpfer liefern sich seit Mittwochabend Gefechte um Ras al-Ain. Tausende Syrer suchten seither Zuflucht in der Türkei.

Sechs Türken wurden zudem durch Querschläger verletzt. Der jüngste Angriff der syrischen Armee vom Montag richtete sich laut Anadolu gegen eine Backwarenfabrik in Rebellenhand.

Die türkischen Behörden forderten die Bevölkerung auf, sich von der Grenze fernzuhalten und schlossen als Vorsichtsmassnahme Schulen. Die türkische Armee verstärkte zudem ihre Präsenz in der Zone. Seit dem Beschuss des türkischen Grenzdorfes Akcakale durch Syrien, bei dem Anfang Oktober fünf türkische Zivilisten starben, verstärkte die Türkei ihre Militärpräsenz entlang der Grenze und reagiert seither systematisch auf Granatbeschuss aus Syrien.

SDA/wid

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