Israel reagiert auf palästinensischen Raketenbeschuss

Aus dem Gazastreifen fliegen erneut Raketen in israelische Gebiete. Israels Militär greift daraufhin Ziele im Gazastreifen an, darunter hauptsächlich Einrichtungen der Hamas.

Feuerball in Gaza: Gemäss der israelischen Armee wurden Angriffe auf «Hamas-Terror-Ziele» geflogen. (25. März 2019)

Feuerball in Gaza: Gemäss der israelischen Armee wurden Angriffe auf «Hamas-Terror-Ziele» geflogen. (25. März 2019) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die ganze Nacht über gingen die wechselseitigen Angriffe in und um den Gazastreifen weiter. Militante Palästinenser feuerten rund 60 Raketen und Mörsergranaten auf die umliegenden israelischen Gebiete – trotz einer einseitig von der Hamas gegen 22 Uhr verkündeten Waffenruhe. Die letzten Raketen wurden gegen 3:15 Uhr am Dienstagmorgen abgeschossen. Die meisten Geschosse wurden vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen. Ein Haus in der Stadt Sderot wurde getroffen, aber es gab keine Verletzten.

Die israelische Armee teilte mit, dass sie in der Nacht 15 Ziele angegriffen habe: Vor allem Gebäude der Hamas, darunter das Büro des Hamas-Führers Ismail Hanija und ein «geheimes Hauptquartier», und Militäreinrichtungen auch vom Islamischen Jihad. In den frühen Morgenstunden bombardierte die Armee weitere Militäranlagen der Hamas in Deir al-Balah. Von Panzern aus wurden auch Militärposten beschossen. Zumindest drei Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt. Israel reagierte mit seinen Luftschlägen auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem am Montagmorgen ein Haus nordöstlich von Tel Aviv zerstört worden war. Sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder.

Am Morgen wurden von den israelischen Behörden umfangreiche Massnahmen für die Bevölkerung in den Gebieten rund um den Gazastreifen erlassen, die bis zum Mittwoch um 5 Uhr früh gelten: Schulen bleiben in diesen Orten geschlossen, aber auch jene der in der Nähe gelegenen Städte Beersheba, Aschkelon und Aschdod. Die Menschen wurden aufgefordert, nur, wenn unbedingt notwendig, ihrer Arbeit nachzugehen unter der Bedingung, dass sie sich in der Nähe eines Schutzraumes aufhalten. Die öffentlichen Dienstleistungen und die landwirtschaftliche Arbeit wurden eingeschränkt. Israels Militär gab die Anweisung, dass sich nicht mehr als 300 Menschen an einem Ort versammeln dürfen.

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, der auch Verteidigungsminister ist, wird heute nach Rückkehr seiner abgekürzten USA-Reise mit der Armee über das weitere Vorgehen beraten. Vor seinem Abflug sagte Netanyahu: «Wir haben eine sehr kraftvolle Antwort gegeben. Die Hamas muss wissen, dass wir nicht davor zurückscheuen hineinzugehen und weitere notwendige Schritte zu unternehmen.» Er versicherte, sich bei seinen Entscheidungen nicht vom Wahltermin am 9. April beeinflussen zu lassen. Im ganzen Land wurden zusätzliche Iron-Dome-Einrichtungen aufgestellt und rund tausend Reservisten aufgerufen, sich bereit zu halten. Zwei zusätzliche Brigaden mit rund tausend Soldaten wurden in die Region um den Gazastreifen verlegt.

Erstellt: 25.03.2019, 22:51 Uhr

Artikel zum Thema

Die arabische Welt ist brüskiert

Arabische Regierungen befürchten, Trump könnte Israel nach den Golanhöhen auch die Hoheit über Siedlungen im Westjordanland zuerkennen. Mehr...

Ein Deal zwischen Israel und Palästina

In der Satire «Tel Aviv on Fire» liefert ein israelischer Militär einem palästinensischen TV-Macher Drehbuchideen. Mehr...

Trump erkennt Israels Souveränität über Golanhöhen an

Der US-Präsident hat ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Geldblog Investieren Sie 3.-Säule-Gelder vorsichtig!

Mamablog Papas Notenverweigerung

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Bergungsarbeiten nach Taifun-Katastrophe: Der heftige Wirbelsturm «Hagibis» hinterliess über weite Teile Japans eine Spur der Verwüstung. Die Zahl der Todesopfer ist gemäss eines japanischen Fernsehsenders auf 66 gestiegen. (15. Oktober 2019)
(Bild: Jae C. Hong/AP) Mehr...