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Israel tötet mutmasslichen Entführer von Gilat Shalit

Bei einem Luftangriff auf den Gaza-Streifen ist der Extremistenführer Suhair al-Kaissi umgekommen. Dieser soll hinter der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Shalit gestanden haben.

Spuren des Angriffs: Ein zerstörtes Auto im Gaza-Streifen. (9. März 2012)
Spuren des Angriffs: Ein zerstörtes Auto im Gaza-Streifen. (9. März 2012)
Reuters

Die gezielte Tötung eines palästinensischen Extremistenführers hat einen blutigen Schlagabtausch zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen ausgelöst. 15 Aufständische kamen ums Leben, wie die palästinensischen Gesundheitsbehörden am Samstag erklärten. Unter den Opfern war nach Angaben aus Jerusalem Suhair al Kaissi, der hinter der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Shalit im Jahr 2006 gestanden haben soll. Als Reaktion feuerten Palästinenser mehr als 50 Raketen auf israelisches Gebiet ab.

Al Kaissi war die ranghöchste Zielperson seit Monaten, die einem israelischen Angriff im Gazastreifen zum Opfer fiel. Palästinensische Augenzeugen berichteten, sie hätten israelische Drohnen fliegen sehen, unmittelbar bevor dessen Auto in Flammen aufgegangen sei. Bei dem Angriff am Mittag wurden neben Al Kaissi zwei weitere Menschen getötet, darunter auch sein Schwiegersohn Mahmud Hanini. Al Kaissi und Hanini gehörten beide dem bewaffneten Arm des Widerstandskomitees des Volks (PRC) an, eine mit der Hamas verbundene Extremistengruppe.

Als Reaktion auf die offenbar gezielte Tötung der Kommandeure feuerten mehrere Palästinensergruppen Raketen ab, die zum Teil weit hinter der Grenze einschlugen. Eines davon verletzte einen israelischen Zivilisten schwer. Die Bewohner des betroffenen Gebiets flüchteten in die Schutzräume.

Angriff auf Israel soll geplant gewesen sein

Die israelischen Streitkräfte flogen weitere Luftangriffe und töteten nach eigenen Angaben zwei Extremisten, die gerade dabei gewesen seien, Geschosse vorzubereiten. Die Mehrheit der 15 Todesopfer gehörte der extremistischen Gruppe Islamischer Jihad an.

Die Streitkräfte erklärten, Al Kaissi habe einen Angriff auf Israel ähnlich dem im August geplant, bei dem von der ägyptischen Halbinsel Sinai aus acht Israelis getötet worden waren. Die PRC hat sich nie zu der Tat bekannt. Ausserdem sei Al Kaissi verantwortlich für den Geldfluss von der libanesischen Hizbollah hin zu anderen aufständischen Gruppen im Gazastreifen gewesen.

Der israelische Soldat Gilat Shalit wurde nach mehr als fünf Jahren in Gefangenschaft Ende 2011 im Austausch für 1027 palästinensische Häftlinge freigelassen. In den vergangenen Monaten haben die israelischen Streitkräfte hauptsächlich Schmuggler-Tunnel und keine Einzelpersonen angegriffen. Al Kaissis Vorgänger Kamal Nairab kam vor sieben Monaten auf ähnliche Weise ums Leben.

Ashton besorgt

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich über die «jüngste Eskalation der Gewalt» beunruhigt. Sie rief «alle Seiten» auf, wieder für Ruhe zu sorgen. Das israelische Militärradio berichtete unter Berufung auf «ranghohe Militärvertreter», die Armee wolle die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen ein für alle Mal beenden.

Das Nahost-Quartett kommt am Montag in New York zu Beratungen über den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zusammen. Wie die UNO am Freitag (Ortszeit) mitteilte, nehmen am ersten Treffen seit sechs Monaten in New York US-Aussenministerin Hillary Clinton, ihr russischer Amtskollege Sergej Lawrow und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon teil.

Der Nahost-Friedensprozess liegt seit dem Abbruch der Gespräche im September 2010 auf Eis. Die Palästinenser hatten sich damals aus den Verhandlungen zurückgezogen, weil Israel sich weigerte, einen Baustopp für seine völkerrechtswidrigen Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland zu verlängern.

dapd/kpn/jak

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