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Israel will weiteres Schiff stoppen

Israel will trotz internationaler Kritik an seinem Vorgehen gegen einen Hilfskonvoi auch ein irisches Schiff stoppen, das sich am Freitag dem abgeriegelten Gazastreifen näherte.

Schiffe als neues Symbol im Kampf für Palästina: Demonstration in Ramallah.
Schiffe als neues Symbol im Kampf für Palästina: Demonstration in Ramallah.

An Bord ist neben anderen Aktivisten die irische Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan. Sie zeigte sich in einem AP-Interview entschlossen, die israelische Blockade zu durchbrechen und Hilfsgüter in das von der militanten Hamas kontrollierte Gebiet zu bringen. Sollten jedoch israelische Soldaten an Bord kommen, werde man keinen Widerstand leisten, sagte sie.

Die Bewegung Free Gaza erklärte auf ihrer Website, die «Rachel Corrie» solle Gaza am Samstagmorgen erreichen. Das irische Schiff ist nach einer Studentin benannt, die bei einem Protest gegen israelische Hauszerstörungen im Gazastreifen von einem Bulldozer tödlich verletzt wurde. An Bord ist auch der frühere Leiter des UN-Programms Öl für Lebensmittel für den Irak, Denis Halliday.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ordnete auf einer Kabinettsitzung an, auch dieses Schiff abzufangen. Er forderte aber eine umsichtige Aktion, bei der niemand an Bord verletzt werden solle, sagte ein Teilnehmer der Kabinettssitzung vom Donnerstagabend.

Türkei stoppt der Verhandlungen über russische Gaspipeline nach Israel

In Istanbul versammelten sich unterdessen mehrere tausend Menschen, um der bei dem gewaltsamen Zwischenfall am Montag getöteten neun Aktivisten zu gedenken, die aus der Türkei stammten. Acht von ihnen sollten in Istanbul beerdigt werden, ein weiterer in Kayseri. Dort kamen rund 5000 Menschen zum Trauergottesdienst für den in den USA geborenen Ahmet Dogan. Die türkische Regierung kündigte an, sie werde die Zusammenarbeit mit Israel einschränken. Sie war bislang einer der wichtigsten Partner Israels in der islamischen Welt.

Der türkische Energieminister Taner Yildiz nannte konkret den Stopp der Verhandlungen über den Ausbau einer russischen Gaspipeline nach Israel und ein Projekt, Trinkwasser aus dem Fluss Manavgat nach Israel zu liefern. Beide Projekte seien gestoppt worden, sagte er.

Kritik am Vorgehen Israels äusserte auch US-Präsident Barack Obama. Er bezeichnete den israelischen Angriff als «tragisch», der Verlust von neun Menschenleben sei unnötig gewesen. Obama ging aber nicht so weit, den israelischen Angriff zu verurteilen. Israel lehnt bislang eine internationale Untersuchung des tödlichen Zwischenfalls ab. Es könne selbst eine unparteiische und professionelle Untersuchung vornehmen, hiess es.

ddp/mt

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