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Jordanien exekutiert zwei Jihadisten

Als Reaktion auf die Verbrennung des jordanischen Piloten durch die Terrormiliz Islamischer Staat liess Amman zwei Häftlinge hinrichten. Darunter war auch die Al-Qaida-Terroristin Sajida al-Rishawi.

Die Verbrennung des jungen Piloten lässt den Ruf nach Vergeltung laut werden: Menschen protestieren in der jordanischen Hauptstadt Amman. (3. Februar 2015)
Die Verbrennung des jungen Piloten lässt den Ruf nach Vergeltung laut werden: Menschen protestieren in der jordanischen Hauptstadt Amman. (3. Februar 2015)
Raad Adalyeh, Keystone
Wurde in Jordanien hingerichtet: Al-Qaida-Terroristin Sajida al-Rishawi. (Archivbild)
Wurde in Jordanien hingerichtet: Al-Qaida-Terroristin Sajida al-Rishawi. (Archivbild)
Majed Jaber/Files, Keystone
Wendet sich aus Washington ans Volk: König Abdullah von Jordanien ist zurzeit auf Besuch bei US-Präsident Obama. (3. Februar 2015)
Wendet sich aus Washington ans Volk: König Abdullah von Jordanien ist zurzeit auf Besuch bei US-Präsident Obama. (3. Februar 2015)
Kevin Lamarque, Reuters
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Die jordanische Regierung reagierte umgehend auf die brutale Ermordung eines Kampfjet-Piloten durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Sie liess in Amman zwei Häftlinge hinrichten. Darunter war auch die zum Tode verurteilte Al-Qaida-Terroristin Sajida al-Rishawi, berichtete Regierungssprecher Mohammed al-Momani.

Die Exekutionen sind offenbar eine Vergeltung auf die Ermordung des 26 Jahre alten Muath al-Kasseasbeh. Der IS hatte am Dienstagabend ein Video verbreitet, das zeigen soll, wie der Pilot in einem Käfig bei lebendigem Leibe verbrennt. Die Echtheit des Videos wird überprüft.

«Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein», sagte danach ein Armeesprecher im jordanischen Fernsehen. «Unsere Rache wird das Ausmass des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde.»

Verhandlung als Farce

Die Terroristin Rishawi war 2005 mit einem Selbstmordattentat auf eine Hochzeitsfeier in der jordanischen Hauptstadt Amman gescheitert und anschliessend zum Tode verurteilt worden. Der IS hatte Ende Januar von dem haschemitischen Königreich gefordert, die Terroristin gegen Al-Kasasba und die japanische Geisel Kenji Goto freizulassen. Jordanien forderte jedoch ein Lebenszeichen des Piloten. Daraufhin veröffentlichten die Jihadisten ein Video, in dem die Enthauptung Gotos gezeigt wurde.

Offensichtlich waren die Verhandlungen zwischen Jordanien und dem IS eine Farce: Nach Darstellung des jordanischen Staatsfernsehens soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein.

Zusammenarbeit mit Al-Qaida-Anführer

Der zweite Hingerichtete Karbuli stammt laut Petra wie Rishawi aus dem Irak und soll zum Terrornetzwerk al-Qaida gehört haben. Ein jordanisches Gericht hatte ihn 2007 wegen Terrorismus zum Tode verurteilt. Er soll mit Abu Musab al-Sarkawi zusammengearbeitet haben, dem früheren Anführer von al-Qaida im Irak.

Karbuli hatte 2006 im jordanischen Staatsfernsehen zugegeben, im Irak einen jordanischen Fahrer und andere Araber getötet zu haben.

Sicherheitsrat verurteilt Tat

Weltweit verurteilten Politiker das IS-Video und bekundeten Mitgefühl mit den Angehörigen des Piloten. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, der Mord zeige, dass die terroristische Organisation keinerlei Respekt vor dem menschlichen Leben habe.

Der UNO-Sicherheitsrat sprach von einer «entsetzlichen und feigen Tat»: «Dieses Verbrechen zeigt erneut die Brutalität des IS, der für Tausende Verbrechen und Misshandlungen gegen Menschen aller Glaubensrichtungen, Ethnien und Nationalitäten verantwortlich ist, ohne Rücksicht auf die Mindeststandards der Menschlichkeit.»

Besuch bei Obama

In Washington empfing US-Präsident Barack Obama den jordanischen König Abdullah II., der sich in der US-Hauptstadt aufhielt. Zuvor hatte Obama die IS-Terrormiliz als «bösartige und barbarische Organisation» verurteilt.

Nach dem Treffen sagte ein US-Vertreter, Obama und Abdullah II. seien sich einig, dass der «abscheuliche Mord an dem mutigen Jordanier» die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den IS noch verstärke. US-Vizepräsident Joe Biden sagte Jordanien die Unterstützung der USA zu.

Abdullah II. sagte in einer Fernsehansprache: «Mit Wut und Trauer haben wir die Nachricht vernommen, dass der Pilot und Held Muas al-Kasasba von der Terrororganisation IS getötet wurde - von der feigen, fehlgeleiteten Verbrecherbande, die nichts mit unserer Religion zu tun hat.» In solch schwierigen Zeiten sei es die Pflicht der Söhne und Töchter der Nation, zusammenzuhalten. Dies werde letztlich zu grösserer Stärke führen.

SDA/chk

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