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Kämpfer attackieren UNO-Stützpunkt mit Granatenwerfern

Mindestens 58 Tote und mehr als hundert Verletzte: Im Südsudan haben bewaffnete Männer ein Lager der Blauhelme angegriffen – fast 5000 Zivilisten hatten dort Zuflucht vor Gewalt gesucht.

Der Konflikt im Südsudan hat bereits mehr als 10'000 Tote gefordert: Flugplatz in Bor.
Der Konflikt im Südsudan hat bereits mehr als 10'000 Tote gefordert: Flugplatz in Bor.
Andreea Campeanu, Reuters

Bei dem Angriff auf einen UN-Stützpunkt im Südsudan sind nach neusten Angaben mindestens 58 Menschen getötet worden. Innerhalb des Stützpunkts seien die Leichen von 48 Zivilisten gefunden worden, sagte der UN-Hilfskoordinator für den Südsudan, Toby Lanzer. Es handele sich um Frauen, Männer und Kinder. Ausserhalb des Stützpunktes hätten zudem die Leichen von zehn Angreifern gelegen. Die Zahl der Toten könne aber weiter steigen, da mehr als hundert Menschen zum Teil schwer verwundet seien, sagte Lanzer.

Rund 350 Bewaffnete hatten am Donnerstag die UN-Basis in der Stadt Bor im Osten des Landes angegriffen. In dem UNO-Komplex in Bor haben fast 5000 Zivilisten Schutz vor der anhaltenden Gewalt in dem afrikanischen Land gesucht. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, verurteilte den «schamlosen, unmenschlichen Angriff auf unbewaffnete Zivilisten».

Granaten eingesetzt

Es handle sich um eine «Beleidigung der internationalen Gemeinschaft und eine Verletzung der Grundprinzipien zum Schutz von Zivilisten». Die Attacke sei «besonders ungeheuerlich», weil die schwer bewaffneten Angreifer raketengetriebene Granaten eingesetzt hätten, um auf das Gelände vorzudringen und die dort untergebrachten Flüchtlinge zu beschiessen. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die UNO hatte zuvor erklärt, bei der Attacke bewaffneter Männer seien dutzende Zivilisten eines rivalisierenden Stammes sowie zwei UNO-Blauhelme verletzt worden. Soldaten der UNO-Mission im Südsudan Unmiss hätten zurückgeschossen und sich ein erbittertes Feuergefecht mit den Angreifern geliefert, bevor sich diese zurückzogen. Die Angreifer hätten sich dem Lager zunächst «als friedliche Demonstranten getarnt» genähert, bevor sie das Feuer eröffneten.

Zukunft des Landes in Gefahr

US-Botschafterin Power rief die Länder, die eine Verstärkung der Unmiss-Truppen zugesagt hatten, zur raschen Entsendung zusätzlicher Soldaten auf. Alle Beteiligten in dem Konflikt müssten ihre Waffen niederlegen und Verhandlungen aufnehmen.

Die Führer des Südsudan forderte sie auf, «die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Mitbürger über ihre kurzsichtigen politischen und wirtschaftlichen Interessen zu stellen». Ansonsten sei die Zukunft des Landes in Gefahr.

Im Dezember waren bei einem Angriff auf einen UNO-Stützpunkt in Akopo im umkämpften Staat Jonglei bereits elf Zivilisten und zwei indische UNO-Soldaten getötet worden.

Erst seit 2011 gegründet

Im erst Mitte 2011 gegründeten Südsudan war im vergangenen Dezember ein länger schwelender Machtkampf zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Beide Politiker gehören rivalisierenden Ethnien an.

Die Kämpfe waren von Gräueltaten auf beiden Seiten geprägt, Schätzungen zufolge wurden landesweit mehr als 10'000 Menschen getötet, rund 900'000 Zivilisten sind auf der Flucht.

Nach den Worten von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon droht durch die Kämpfe im Südsudan einer Million Menschen eine Hungersnot. Hunderttausende durch den Konflikt vertriebene Menschen seien extrem unterernährt, vor allem Frauen und Kinder.

SDA/mw

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