Katar pfeift auf Ultimatum

Im Streit mit den arabischen Nachbarn um angebliche Terror-Unterstützung zeichnet sich keine Lösung ab. Die Kataris wollen die von ihnen verlangten Forderungen nicht erfüllen.

Keine Angst vor Vergeltung: Katars Aussenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. (1. Juli 2917)

Keine Angst vor Vergeltung: Katars Aussenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani. (1. Juli 2917)

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Im Konflikt zwischen Katar und vier arabischen Regionalmächten um angebliche Terror-Unterstützung zeichnet sich keine Lösung ab. Katars Aussenministerium erklärte heute, Forderungen von Saudiarabien, Ägypten, Bahrain sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückweisen zu wollen.

Den Ländern gehe es nicht um die Bekämpfung des Terrorismus, sondern um die Bescheidung von Katars Souveränität, sagte Aussenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani in Rom. Sein Land sei aber bereit, sich mit den Nachbarn zusammenzusetzen und über deren Sorgen zu sprechen.

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, er habe mit Bahrains König Hamad bin Isa al-Chalifa gesprochen und unterstrichen, zur Lösung des Streits sei ein direkter Dialog zwischen allen Beteiligten notwendig.

Die vier Regionalmächte haben ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar gekappt. Sie werfen dem Emirat Terror-Unterstützung und enge Kontakte zum Iran – dem Erzfeind Saudi-Arabiens – vor. Die Länder haben 13 Bedingungen für ein Ende des Boykotts gestellt. Die Frist für ihre Erfüllung läuft am Sonntag aus.

Gesprächsbereit

Katar hat bereits erklärt, zu Verhandlungen über «legitime Fragen» bereit zu sein. Einige Forderungen könnten aber nicht erfüllt werden, weil sie auf falschen Annahmen beruhten. So könne man keine Beziehungen zum Islamischen Staat, der al-Qaida und der libanesischen Hisbollah-Miliz abbrechen, weil sie nicht existierten. Es könnten auch keine Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarden ausgewiesen werden, weil sich keine in Katar aufhielten.

Weitere Forderungen sind die Schliessung des in Katar ansässigen Fernsehsender al-Jazeera und des türkischen Militärstützpunktes in dem Emirat. Die Vereinten Nationen haben die Forderung kritisiert, den Nachrichtensender al-Jazeera zu schliessen. Dies sei ein «inakzeptabler Angriff auf das Recht der freien Meinungsäusserung», sagte Rupert Colville, der Sprecher des UNO-Menschenrechtskommissars, am Freitag in Genf.

Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten sollten einfach eine öffentliche Debatte darüber anstrengen, falls sie Probleme mit ausländischen TV-Sendern hätten, erklärte Colville weiter. Der Nachrichtensender hat in der arabischen Welt grossen Einfluss, für Saudiarabien und seine Verbündeten ist er ein ständiges Ärgernis.

Unterstützt wird Katar unter anderem vom schiitischen Iran, der mit dem sunnitischen Saudiarabien um die Vorherrschaft in der Region ringt. Auch die Türkei steht auf der Seite des Emirats. Die Forderung, die türkische Militärbasis in Katar zu schliessen, stösst in Ankara auf Widerstand. Die US-Regierung hat sich in dem Konflikt widersprüchlich geäussert. (nag/dapd)

Erstellt: 01.07.2017, 22:22 Uhr

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