«Katastrophales Zeugnis» für die UNO

Hilfsorganisationen werfen dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in Syrien völliges Versagen vor.

Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer: Syrisches Flüchtlingslager in Jordanien. (11. März 2015)

Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer: Syrisches Flüchtlingslager in Jordanien. (11. März 2015) Bild: Reuters

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21 Hilfsorganisationen haben dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) völliges Versagen in der Syrien-Krise vorgeworfen. Statt geschützt zu werden, hätten die 2014 Syrer das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. Zudem droht den Helfern das Geld auszugehen.

Der UNO sei es nicht gelungen, die Menschen in dem Land zu schützen, hiess es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht «Failing Syria» (Versagen in Syrien) zum vierten Jahrestag des Beginns der Proteste am 15. März, die schliesslich zum Bürgerkrieg führten.

Die 21 Gruppen – darunter Oxfam, World Vision, Pax Christi International, Save the Children und Handicap International – bewerteten ihren Syrien-Bericht als «katastrophales Zeugnis» für die Vereinten Nationen und die Konfliktparteien. Seit 2011 seien 220'000 Menschen getötet worden.

76'000 Menschen 2014 in Syrien getötet

Die Helfer werfen dem Sicherheitsrat vor, dass keine seiner drei Resolutionen etwas bewirkt habe. Statt geschützt zu werden, hätten die Syrer 2014 das blutigste Jahr des Konflikts erlebt. 76'000 Menschen seien getötet worden, damit kam mehr als ein Drittel aller Todesopfer der vierjährigen Gewalt im vergangenen Jahr ums Leben.

Die Zahl der kaum zu erreichenden Hilfebedürftigen habe sich trotz einer UNO-Resolution auf 4,8 Millionen mehr als verdoppelt. 5,6 Millionen Kinder seien auf Hilfe von aussen angewiesen, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

«Die bittere Realität ist, dass der UNO-Sicherheitsrat die UNO-Resolutionen nicht umgesetzt hat. Das vergangene Jahr war das dunkelste seit Ausbruch dieses fürchterlichen Krieges», sagte Kathrin Wieland von Save the Children.

Robert Lindner von Oxfam sagte: «Die Regierungen einflussreicher Staaten müssen endlich dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter angeheizt wird und dass die Nothilfemassnahmen massiv ausgeweitet werden.» Sie müssten den Druck auf die Konfliktparteien erhöhen.

UNO-Hilfsmassnahmen unterfinanziert

Den Helfern der UNO und anderen Hilfsorganisationen könnte auch noch das Geld ausgehen. Schon 2013 waren die UNO-Hilfsmassnahmen nur zu 71 Prozent finanziert, heisst es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr seien es dann nur noch 57 Prozent gewesen.

Währenddessen verschärfe sich die humanitäre Krise mehr und mehr: Derzeit seien 3,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien in den Nachbarländern. Den Prognosen der Helfer zufolge werden es Ende des Jahres 4,3 Millionen sein. (chk/sda)

Erstellt: 12.03.2015, 04:24 Uhr

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