Keine Waffen mehr liefern!

Der Westen hat nur eine Chance, das Morden im Jemen zu stoppen: Er muss den Bombennachschub für Saudiarbien einstellen.

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Die Welt starrt auf Syrien und vergisst den Jemen. Die Angriffe Saudiarabiens auf die zivile Infrastruktur und Wohngebiete des ohnehin schon ärmsten arabischen Landes haben nicht die gleiche Massivität und Systematik des syrisch-russischen Bombardements. Aber auch sie sind durch nichts zu rechtfertigen und in etlichen Fällen vermutlich Kriegsverbrechen.

Der Westen hat nicht viele gute und realistische Möglichkeiten, dem Schlachten in Syrien Einhalt zu gebieten. Auch im Jemen kann er aus eigener Kraft das Morden kaum stoppen. Aber die USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland haben sehr gute Druckmittel, um Saudiarabien zum Einlenken zu drängen: den sofortigen Stopp aller Waffenlieferungen.

Ohne Bombennachschub aus dem Ausland wären die Arsenale der saudischen Luftwaffe und ihrer Verbündeten leer. Deutschland zum Beispiel kann die genehmigte Ausfuhr von 48 Patrouillenbooten stoppen. Die mögen zwar «legitimen Schutz- und Sicherheitsinteressen» dienen, wie der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel sagt. Aber auch die Menschen im Jemen haben Schutzinteressen. Neben dem Bombardement leiden sie unter einer Seeblockade, die die Lieferung von Lebensmitteln verhindert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.10.2016, 21:17 Uhr

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