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Kerry landet in Tel Aviv – trotz US-Flugverbot

Der US-Aussenminister reiste heute zu Verhandlungszwecken nach Tel Aviv. Zuvor hatten mehrere Fluggesellschaften ihre Flüge in die israelische Stadt gestrichen.

mrs
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Die Hamas und islamische Jihadisten feiern zusammen den Erfolg.
Die Hamas und islamische Jihadisten feiern zusammen den Erfolg.
Reuters
Eingestürzt unter dem Bombenhagel: Zerstörtes Hochhaus in Gaza-Stadt. (26. August 2014)
Eingestürzt unter dem Bombenhagel: Zerstörtes Hochhaus in Gaza-Stadt. (26. August 2014)
AFP
Zum Einsturz gebracht: Zerstörtes Hochhaus in Gaza. (26. August 2014)
Zum Einsturz gebracht: Zerstörtes Hochhaus in Gaza. (26. August 2014)
AFP
Täglicher Schlagabtausch: Ein israelischer Soldat begutachtet den Schaden an einer Synagoge in Ashdod, nachdem sie von einer palästinensischen Rakete getroffen wurde.  (22. August 2014)
Täglicher Schlagabtausch: Ein israelischer Soldat begutachtet den Schaden an einer Synagoge in Ashdod, nachdem sie von einer palästinensischen Rakete getroffen wurde. (22. August 2014)
Amir Cohen, Reuters
Bei diesem Angriff sollen auch drei Hamas-Anführer getötet worden sein: Palästinenser durchsuchen ein zerstörtes Haus in Rafah. (20. August 2014)
Bei diesem Angriff sollen auch drei Hamas-Anführer getötet worden sein: Palästinenser durchsuchen ein zerstörtes Haus in Rafah. (20. August 2014)
Reuters
Die Feuerpause ist vorbei: Ein verletzter Mann wird in Gaza-Stadt ins Spital gebracht. (19. August 2014)
Die Feuerpause ist vorbei: Ein verletzter Mann wird in Gaza-Stadt ins Spital gebracht. (19. August 2014)
Reuters
Weitere israelische Luftangriffe: Feuer in Rafah nach dem Einschlag eines israelischen Geschosses. (9. August 2014)
Weitere israelische Luftangriffe: Feuer in Rafah nach dem Einschlag eines israelischen Geschosses. (9. August 2014)
AFP
Nach der Waffenruhe gibt es wieder Kampfhandlungen: Eine Rauchwolke steigt nach einem israelischen Angriff über Gaza-Stadt auf. (8. August 2014)
Nach der Waffenruhe gibt es wieder Kampfhandlungen: Eine Rauchwolke steigt nach einem israelischen Angriff über Gaza-Stadt auf. (8. August 2014)
Keystone
Feuerpause vorbei: Raketen erleuchten wieder den Nachthimmel über dem Gazastreifen und Israel. (Archivbild)
Feuerpause vorbei: Raketen erleuchten wieder den Nachthimmel über dem Gazastreifen und Israel. (Archivbild)
Keystone
Mission erfüllt: Israelische Soldaten kehren aus dem Gazastreifen nach Israel zurück. (4. August 2014)
Mission erfüllt: Israelische Soldaten kehren aus dem Gazastreifen nach Israel zurück. (4. August 2014)
AP Photo/Tsafrir Abayov
Liegt in Trümmern: Die Islamische Universität in Gaza nach einem Luftangriff. (2. August 2014)
Liegt in Trümmern: Die Islamische Universität in Gaza nach einem Luftangriff. (2. August 2014)
AFP
Auf Mission: Israelische Soldaten in der Nähe zur Grenze des Gazastreifens. (2. August 2014)
Auf Mission: Israelische Soldaten in der Nähe zur Grenze des Gazastreifens. (2. August 2014)
Reuters
Erhalten Verstärkung: Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen. (Juli 2014)
Erhalten Verstärkung: Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen. (Juli 2014)
JACK GUEZ, AFP
Bei einem israelischen Luftangriff auf einen gut besuchten Markt nahe Gaza-Stadt wurden mindestens 17 Menschen getötet und 200 weitere verletzt. (30. Juli 2014)
Bei einem israelischen Luftangriff auf einen gut besuchten Markt nahe Gaza-Stadt wurden mindestens 17 Menschen getötet und 200 weitere verletzt. (30. Juli 2014)
Reuters
Ein Panzergeschoss hat einen Tank des einzigen Elektrizitätskraftwerks Gazas getroffen: Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Kraftwerk auf. (29. Juli 2014)
Ein Panzergeschoss hat einen Tank des einzigen Elektrizitätskraftwerks Gazas getroffen: Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Kraftwerk auf. (29. Juli 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Schwierige Aufgabe: Palästinensische Feuerwehrleute versuchen, den Brand des Kraftwerktanks zu löschen. (29. Juli 2014)
Schwierige Aufgabe: Palästinensische Feuerwehrleute versuchen, den Brand des Kraftwerktanks zu löschen. (29. Juli 2014)
Ahmed Zakot, Reuters
Der Tag wird zur Nacht: Ein Feuerwehrmann mitten im Rauch. (29. Juli 2014)
Der Tag wird zur Nacht: Ein Feuerwehrmann mitten im Rauch. (29. Juli 2014)
Mohammed Salem, Reuters
Beleuchteter Nachthimmel: Israelische Leuchtkugeln erhellen Gaza-Stadt. (29. Juli 2014)
Beleuchteter Nachthimmel: Israelische Leuchtkugeln erhellen Gaza-Stadt. (29. Juli 2014)
Keystone
Seine Kuh konnte er retten: Ein Palästinenser in Gaza läuft an zerstörten Gebäuden vorbei, ...
Seine Kuh konnte er retten: Ein Palästinenser in Gaza läuft an zerstörten Gebäuden vorbei, ...
Marco Longari, AFP
...bei denen verzweifelte Bewohner ihr übrig gebliebenes Hab und Gut sammeln. (27. Juli 2014)
...bei denen verzweifelte Bewohner ihr übrig gebliebenes Hab und Gut sammeln. (27. Juli 2014)
Marco Longari, AFP
Verluste auf beiden Seiten: Die Schwester des getöteten israelischen Soldaten Barak Refael Degorker trauert am Grab ihres Bruders. (27. Juli 2014)
Verluste auf beiden Seiten: Die Schwester des getöteten israelischen Soldaten Barak Refael Degorker trauert am Grab ihres Bruders. (27. Juli 2014)
Siegried Modola, Reuters
Alles zerstört: Shejaia im Gazastreifen. (26. Juli 2014)
Alles zerstört: Shejaia im Gazastreifen. (26. Juli 2014)
AP Photo/Khalil Hamra
Eine israelische Soldatin macht nahe der Grenze zum Gazastreifen Pause. (25. Juli 2014)
Eine israelische Soldatin macht nahe der Grenze zum Gazastreifen Pause. (25. Juli 2014)
AFP
Heftiger Beschuss: Eine mobile Artillerie-Einheit feuert in Richtung Gazastreifen. (21. Juli 2014)
Heftiger Beschuss: Eine mobile Artillerie-Einheit feuert in Richtung Gazastreifen. (21. Juli 2014)
Nir Elias, Reuters
«Überall um uns herum gab es Angriffe»: Ein Arzt hilft einem verletzten Palästinenser in Shejaia, einem Vorort von Gaza-Stadt. (20. Juli 2014)
«Überall um uns herum gab es Angriffe»: Ein Arzt hilft einem verletzten Palästinenser in Shejaia, einem Vorort von Gaza-Stadt. (20. Juli 2014)
Reuters
Vor allem Gazas östlicher Stadtteil Shejaia steht unter Feuer: Palästinenser fliehen vor den israelischen Geschossen. (20. Juli 2014)
Vor allem Gazas östlicher Stadtteil Shejaia steht unter Feuer: Palästinenser fliehen vor den israelischen Geschossen. (20. Juli 2014)
Reuters
Die Stadt Gaza wird heftig beschossen: Ein palästinensisches Mädchen schaut während der Flucht durch die Scheibe eines Minibusses. (20. Juli 2014)
Die Stadt Gaza wird heftig beschossen: Ein palästinensisches Mädchen schaut während der Flucht durch die Scheibe eines Minibusses. (20. Juli 2014)
Reuters
Israelische Panzer in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. (18. Juli 2014)
Israelische Panzer in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen. (18. Juli 2014)
Reuters
Grosse Verzweiflung im nördlichen Gazastreifen: Angehörige trauern um mehrere durch israelische Raketen getötete Kinder. (19. Juli 2014)
Grosse Verzweiflung im nördlichen Gazastreifen: Angehörige trauern um mehrere durch israelische Raketen getötete Kinder. (19. Juli 2014)
Reuters
Geballte Macht: Israelische Soldaten stehen auf ihren Kampfpanzern und warten auf einen Einsatz im nördlichen Gazastreifen. (18. Juli 2014)
Geballte Macht: Israelische Soldaten stehen auf ihren Kampfpanzern und warten auf einen Einsatz im nördlichen Gazastreifen. (18. Juli 2014)
Baz Ratner, Reuters
Rauch steigt nach einem israelischen Schlag über dem Himmel von Gaza-Stadt auf. (17. Juli 2014)
Rauch steigt nach einem israelischen Schlag über dem Himmel von Gaza-Stadt auf. (17. Juli 2014)
Lefteris Pitarakis, Keystone
Aus dem Alltag gerissen: Teilansicht eines schwer beschädigten Hauses in Gaza-Stadt. (17. Juli 2014)
Aus dem Alltag gerissen: Teilansicht eines schwer beschädigten Hauses in Gaza-Stadt. (17. Juli 2014)
Finbarr O'Reilly, Reuters
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US-Aussenminister John Kerry ist trotz Warnungen der Luftfahrtbehörden nach Tel Aviv geflogen. Bei Gesprächen in Jerusalem und Ramallah will er heute Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon treffen. Kerry will nach Angaben einer Sprecherin eine Waffenruhe zwischen Militär und der radikalen Organisation Hamas vermitteln, die den Gazastreifen kontrolliert.

Kerry traf am Vormittag mit einem Militärflugzeug auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv ein. Eine Rakete schlug zuvor in der Nähe des internationalen Flughafens ein. Die Lufthansa und andere Airlines setzen daraufhin Flüge dorthin vorerst aus. Auch die Swiss verkündete gestern, alle Füge in die israelische Stadt einzustellen.

Israel fordert Aufhebung des Verbots

Als Konsequenz aus dem Einschlag einer vom Gazastreifen abgefeuerten Rakete nahe dem internationalen Flughafen Ben Gurion von Tel Aviv haben mehrere Airlines ihre Flüge dorthin ausgesetzt. Das israelische Verkehrsministerium rief die Unternehmen am Dienstag auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Der Airport sei sicher und werde bewacht. Es gebe keinen Grund, «dem Terror einen Preis zu reichen», indem Flüge gestoppt würden, hiess es.

Neben der deutschen Lufthansa sagten auch Air France, Swiss, Air Canada, Alitalia und KLM wegen Sicherheitsbedenken Flüge in die israelische Stadt ab. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit riet weiteren Fluglinien in einer Erklärung bis auf weiteres die gleiche Massnahme zu ergreifen.

USA: «Nicht politisch motiviert»

Nach der Aussetzung aller US-Flüge zum israelischen Flughafen Ben Gurion hat US-Aussenminister John Kerry versichert, die Entscheidung sei nicht politisch motiviert. Die Massnahme sei allein aus Sicherheitsgründen getroffen worden, sagte Kerry dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in einem Telefongespräch am Dienstag.

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums betonte, die Entscheidung der US-Luftfahrtbehörde FAA zur Verhängung eines Landeverbots wegen des Einschlags einer Rakete nahe dem Flughafen zwischen Tel Aviv und Jerusalem werde binnen 24 Stunden überprüft.

Zuvor hatte es seitens der USA bereits geheissen, das Landeverbot sowie eine kürzlich ausgesprochene US-Reisewarnung für Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen seien kein Versuch, Israel zu einer Waffenruhe mit der palästinensischen Hamas zu bewegen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA verbot amerikanischen Fluggesellschaften für 24 Stunden, Tel Aviv anzufliegen. Begründet wurde dies mit der «potenziell gefährlichen Situation, die durch den bewaffneten Konflikt in Israel und Gaza geschaffen wurde».

Raketeneinschuss in Nähe des Flughafens

Die Rakete sei am Dienstag rund 1,6 Kilometer vom Flughafen Ben Gurion eingeschlagen, hiess es in der Mitteilung der FAA. Man werde die Lage weiterhin beobachten und einschätzen. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, das Geschoss habe ein Haus schwer beschädigt und einen Israeli im Tel Aviver Vorort Jehud leicht verletzt.

Seit dem Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine mit 298 Menschen an Bord in der vergangenen Woche ist die Sorge um die Sicherheit bei Airlines und Fluggästen dramatisch gewachsen.

Iron Dome fängt Grossteil der Raketen ab

Für Israel bedeutet die Entscheidung der Fluggesellschaften einen weiteren Schlag, nachdem das Land am Dienstag bereits bekannt gegeben hatte, dass ein israelischer Soldat nach einem tödlichen Gefecht im Gazastreifen vermisst werde. Palästinensische Militante haben in den vergangenen zwei Wochen mehr als 2000 Raketen auf Israel abgefeuert. Mehrere Geschosse, die in Richtung des Flughafens Ben Gurion flogen, wurden vom israelischen Abwehrsystem Iron Dome abgefangen.

Nach mehr als zwei Wochen anhaltenden Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen mit 630 getöteten Palästinensern und 27 israelischen Todesopfern bemühten sich ranghohe Diplomaten weiter um ein Ende der Gewalt. Eine baldige Waffenruhe schien jedoch nicht in Sicht: Netanyahu drängte die internationale Gemeinschaft zu einem harten Vorgehen gegen die Hamas. Die radikalislamische Gruppe pochte als Bedingung für eine Feuerpause auf eine Aufgebung der Blockade des Gazastreifens.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der sich im Nahen Osten aufhält, zeigte sich dennoch optimistisch. Er hoffe und glaube, dass die diplomatischen Gespräche die Kämpfe im Gazastreifen «in sehr naher Zukunft» beenden würden, sagte er in einer Videokonferenz mit dem UN-Sicherheitsrat. In Kairo berieten US-Aussenminister John Kerry und sein ägyptischer Kollege Sameh Schukri über einen Ausweg aus der Krise.

Im Ringen um eine Lösung reiste zudem der Emir von Katar, Scheik Tamim bin Hamad al-Thani, überraschend nach Saudiarabien. In Dschidda sei al-Thani am Dienstag mit König Abdullah und Kronprinz Salman bin Abdelasis sowie dem stellvertretenden Thronfolger Mukrin zusammengetroffen, teilte ein Regierungsvertreter mit. Details aus der Unterredung wurden zunächst nicht bekannt.

Es ist das erste Besuch des katarischen Emirs in dem Königreich, seitdem Saudiarabien gemeinsam mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten im März ihre Botschafter aus Doha abgezogen hatten. Grund für den Schritt war Katars Unterstützung für die Ableger der islamistischen Muslimbruderschaft in der Region.

Saudiarabien hat sich im Nahost-Konflikt hinter einen ägyptischen Vermittlungsplan gestellt, der von Israel akzeptiert, doch von der Hamas abgelehnt wird. Katar hingegen tritt für die Bedingungen der Hamas für eine Waffenruhe ein.

(SDA)

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