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Kommandoaktion gegen Shabaab-Anführer misslingt

Im Morgengrauen griffen Einheiten einer westlichen Armee das Haus eines hochrangigen Führers der Shabaab-Miliz in Somalia an. Nach einem Gefecht haben sie sich laut den Extremisten jedoch wieder zurückgezogen.

Eliteeinheiten sollen mit einem Helikopter und zwei Booten gekommen sein: Mitglieder der Shebab-Miliz, hier in einer Archivaufnahme vom November 2008.
Eliteeinheiten sollen mit einem Helikopter und zwei Booten gekommen sein: Mitglieder der Shebab-Miliz, hier in einer Archivaufnahme vom November 2008.
Keystone

Die islamistische Shabaab-Miliz hat nach eigenen Angaben einen Angriff westlicher Streitkräfte auf ihre Stellungen in Somalia abgewehrt. Ein Lager der Shebab in der Hafenstadt Barawe sei in der Nacht zum Samstag attackiert worden, sagte der örtliche Shabaab-Kommandeur Mohamed Abu Suleiman der Nachrichtenagentur AFP. Die mutmasslich westlichen Angreifer seien mit einem Militärhelikopter gekommen. Es habe einen Schusswechsel gegeben, dann seien die Angreifer geflohen.

Anwohner berichteten, ausländische Kommandos hätten das Haus eines hochrangigen Shabaab-Kommandeurs stürmen wollen. Es habe einen rund zehnminütigen Schusswechsel gegeben. Laut einem Sprecher der Shabaab-Miliz landeten auch zwei Boote mit ausländischen Truppen am Strand von Barawe. Die kleine Hafenstadt liegt rund 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadiscio und ist einer von wenigen Häfen, die in der Hand der Miliz sind.

Navy Seals töteten Qaida-Führer

Ausländische Kampfverbände, häufig US-Soldaten, haben in den vergangenen Jahren immer wieder in Somalia Einsätze gegen Rebellen der Shabaab-Miliz oder gegen Vertreter des Terrornetzwerks al-Qaida lanciert. Das somalische Militär ist für verdeckte Spezialeinsätze bei Nacht nicht ausgerüstet.

Im September 2009 töteten Soldaten der US-Eliteeinheit Navy Seals in einer Kommandoaktion in Barawe einen ranghohen Al-Qaida-Anführer und fünf weitere Menschen. Das Opfer, Saleh Ali Saleh Nabhan, soll der Drahtzieher der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 gewesen sein, bei denen mehr als 250 Menschen getötet worden waren.

Weitere Kommandoaktionen

Im vergangenen Januar hatte eine französische Spezialeinheit versucht, eine Geisel in Somalia zu befreien. Im Januar 2012 befreiten zudem US-Elitesoldaten im Zentrum des Landes zwei Geiseln aus der Hand von Piraten.

In Somalia tobt seit zwei Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg. Eine funktionierende Staatsgewalt gibt es nicht. Die Shabaab-Miliz kontrolliert Teile des Landes und verübt auch immer wieder in Mogadiscio Anschläge. Vor kurzem hatte sie im kenianischen Nairobi ein Einkaufszentrum überfallen und dutzende Menschen getötet.

AFP/AP/rub

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