«Entscheidungsschlacht» gegen IS in Syrien beginnt

Die arabisch-kurdische Allianz SDF will die letzten IS-Kämpfer aus Ostsyrien vertreiben. Diese sollen Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen.

Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vereinen kurdische Streitkräfte und sunnitisch-arabische Milizen.

Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vereinen kurdische Streitkräfte und sunnitisch-arabische Milizen. Bild: Keystone

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Von den USA unterstützte kurdische Kampfeinheiten haben am Samstag eine Offensive gegen das letzte Gebiet der Terrormiliz IS in Syrien gestartet. Einheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) seien in der östlichen Provinz Deir az-Zor vorgerückt, gab ein Kommandeur örtlicher SDF-Milizen bekannt. «Die Kräfte des SDF haben die Entscheidungsschlacht gegen die Überbleibsel der Terroristen gestartet», schrieb SDF-Sprecher Mustafa Bali auf Twitter.

Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG angeführt. Die Bodentruppen würden von der internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt, sagte der Kommandeur, der anonym bleiben wollte.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den grössten Teil ihres früheren Herrschaftsgebiets in Syrien und im benachbarten Irak mittlerweile verloren. Die Jihadisten kontrollieren noch ein kleines Gebiet im Osten Syriens.

Eine Offensive der SDF war dort Berichten zufolge zuletzt aber zum Stillstand gekommen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, er rechne in naher Zukunft, eventuell schon nächste Woche, mit einer vollständigen Rückeroberung der IS-Gebiete in Syrien und Irak.

Im Dezember hatte Trump angekündigt, die US-Soldaten in Syrien abzuziehen, was international massive Kritik auslöste und Sorgen vor einem Wiedererstarken des IS nährte. Einen offiziellen Zeitplan hat Trump bislang nicht vorgelegt. Das «Wall Street Journal» berichtete am Donnerstag, der Abzug solle Ende April abgeschlossen sein. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht zum Zeitplan äussern.

Ein Abzug der US-Truppen würde die Kräfteverhältnisse in der Region ändern. So droht die Türkei, mit einer Offensive im Norden Syriens gegen die Kurdenmiliz YPG vorzugehen. Ankara sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hat sie als Terrororganisation eingestuft. Gleichzeitig ist die YPG aber wichtigster syrischer Verbündeter der internationalen Koalition, die gegen den IS kämpft.

So sind die syrischen Gebiete aufgeteilt: Rot: unter Kontrolle des Regimes, Grün: unter Kontrolle von Regimegegnern, darunter auch Jihadisten, Gelb: unter Kontrolle der SDF, Schwarz: unter Kontrolle des IS. Quelle: Syrian Civil War Map (hvw/afp/sda)

Erstellt: 09.02.2019, 19:02 Uhr

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