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Kurden und Amerikaner starten Grossoffensive gegen den IS

Truppen der kurdischen Peshmerga haben im Norden des Irak eine Offensive gegen den IS gestartet. Sie greifen Stellungen in der Stadt Sinjar an.

Die Kurden wollen den IS vertreiben: Rauch hängt über der nordirakischen Stadt Sinjar.
Die Kurden wollen den IS vertreiben: Rauch hängt über der nordirakischen Stadt Sinjar.
Bram Janssen, Keystone

Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte die Stadt im Norden des Iraks im vergangenen Jahr überrannt. Jetzt wollen kurdische Kämpfer sie zurückerobern. Unterstützt werden sie durch Luftangriffe der US-geführten Koalition.

Kurden haben eine Offensive zur Rückeroberung der von der Terrormiliz Islamischer Staat gehaltenen Stadt Sindschar im Norden des Iraks begonnen. Rund 7500 Peshmerga-Kämpfer rückten von drei Fronten auf die Gebirgsstadt vor, teilte der kurdische regionale Sicherheitsrat am Donnerstag mit. Auf diese Weise solle eine strategische Versorgungslinie der IS-Extremisten abgeschnitten werden.

Pufferzone einrichten

Der IS hatte Sindschar im August 2014 eingenommen. Der Angriff hatte zur Flucht Zehntausender Anhänger der Minderheit der Jesiden geführt und die USA dazu veranlasst, Luftangriffe gegen die Extremisten zu starten.

In der Erklärung des Sicherheitsrats hiess es, Ziel der Operation sei die Einrichtung einer «bedeutenden Pufferzone zum Schutz der Stadt und deren Bewohner vor ankommender Artillerie». In den ersten Stunden der Offensive kam es zu schweren Feuergefechten zwischen den Peshmerga-Kämpfern und den IS-Anhängern. Unterstützt werden die Kurden von der US-geführten Militärkoalition, die die IS-Miliz aus der Luft angreift. Bereits vor der Offensive hatten Kampfjets Ziele rund um Sindschar unter Beschuss genommen, am frühen Donnerstagmorgen wurden die Luftangriffe intensiviert.

Versorgungslinien des IS im Visier

Stunden nach Beginn der Operation teilte der kurdische Sicherheitsrat mit, dass Kämpfer die Dörfer Gabarra, Tel Schore und Fadhelja gesichert hätten. Sie würden zudem einen Abschnitt einer Strasse kontrollieren, die als eine der aktivsten Versorgungslinien des IS gilt.

Ein wichtiges Ziel der Offensive ist es, die Strasse komplett unter Kontrolle zu bringen, die an Sindschar vorbeiführt und indirekt die zwei grössten Hochburgen des IS - Rakka in Syrien und Mossul im Norden des Iraks - verbindet. Auf der Strecke können Güter, Waffen und Kämpfer transportiert werden. Kurdische Kämpfer, die von der Anti-IS-Koalition unterstützt werden, versuchen auf beiden Seiten der irakisch-syrischen Grenze, Teile dieses Korridors zurückzuerobern.

Luftangriffe der Koalition

Wenn dem IS diese Strasse genommen würde, hätte dies zur Folge, dass sich die Kräfte der Extremisten weniger schnell bewegen könnten, erklärte der Militärgeheimdienstoffizier ChanceMcCraw von der US-Koalition, am Mittwoch. «Wenn sie versuchen, von Rakka rüber nach Mossul zu ziehen, werden sie diese Hinterstrassen nehmen und durch die Wüste gehen müssen», sagte er. «Und es wird Stunden, vielleicht Tage länger dauern, um rüber zu kommen», fügte er hinzu.

Nach kurdischen Angaben erschwerten Rauchwolken über Sindschar am Donnerstag Luftangriffe der Koalition auf die Stadt. Ramasan Sanaan, Kommandeur einer Basis auf einemBerg über Sindschar, sagte, er und seine Männer warteten darauf, dass Peshmerga-Einheiten bei den östlichen und westlichen Zugängen zum Ort die Hauptversorgungsstrasse abschnitten. «Tatsächlich geht es sehr langsam», sagte Sanaan. Der Vormarsch wurde durch Sprengsätze und am Strassenrand versteckte Bomben erschwert. Der IS setzt im Irak bevorzugt derartige Waffen ein.

Die Gebirgsstadt Sindschar liegt rund 50 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Sie einzunehmen, ist nicht einfach. So geriet ein Versuch der Kurden, den Ort zurückzuerobern, im Dezember ins Stocken. In Erwartung eines Angriffs haben die IS-Extremisten ihre Aufstellung in Sindschar vor kurzem verstärkt, wie ein Offizier für die US-geführte Koalition, Michael Filanowski, sagte.

SDA/ofi

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