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Leiche eines israelischen Soldaten im Gazastreifen vermisst

Die Hamas hatte am Wochenende die Gefangennahme eines israelischen Soldaten verkündet. Nun bestätigt die israelische Armee, man vermisse einen Soldaten. Er sei aber mit Sicherheit nicht mehr am Leben.

Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
Feiern sich als Sieger: Palästinenser in Gaza-Stadt nach der Einigung auf die Waffenruhe. (26. August 2014)
AP Photo/Khalil Hamra, Keystone
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
Jubel in Gaza-Stadt: Eine Familie in einem Auto. (26. August 2014)
AP Photo/Adel Hana, Keystone
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Public Viewing der besonderen Art: Israelis sitzen auf einem Sofa auf einem Hügel der Stadt Sderot und blicken in Richtung Gazastreifen. (12. Juli 2014)
Lefteris Pitarakis, Keystone
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Die israelische Armee hat heute bestätigt, dass der Leichnam eines am Sonntag getöteten Soldaten vermisst wird. «Die Identifizierung von sechs bei einem bestimmten Vorfall in Gaza getöteten Soldaten ist abgeschlossen, und im siebten Fall bemühen wir uns noch darum», hiess es in einer Mitteilung der Streitkräfte.

Ein Militärfahrzeug sei am Sonntag schwer beschädigt worden, «die Familien der sieben Insassen wurden über den Ablauf der Attacke informiert». Auf Nachfrage erklärte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP, es sei ausgeschlossen, dass der siebte Soldat noch lebe, da das Fahrzeug völlig ausgebrannt sei.

Die radikalislamische Hamas hatte am Sonntag berichtet, sie habe einen israelischen Soldaten im Gazastreifen entführt. Zugleich gab sie den Namen und die siebenstellige Dienstnummer des angeblichen Gefangenen bekannt. Der israelische UN-Botschafter Ron Prosor dementierte diesen Entführungsbericht. Die Armee hatte bis zu ihrer heutigen Stellungnahme nur mitgeteilt, sie prüfe den Sachverhalt noch.

Israel zerstört zahlreiche Häuser

Die israelische Luftwaffe hat im Gazastreifen laut palästinensischen Angaben zuletzt mehr als 70 Ziele unter Beschuss genommen. Unter den heute Morgen getroffenen Zielen seien das Haus eines verstorbenen Führers des militärischen Flügels der Hamas, fünf Moscheen und ein Fussballstadion, sagte Polizeisprecher Aiman Batnidschi im Gazastreifen.

Durch Panzergranaten seien entlang der östlichen Grenze des Gebiets zudem etliche Häuser zerstört worden, mindestens 19 Fischerboote seien durch Bombardements der Marine verbrannt.

Seit Beginn der Kämpfe zwischen Israel und der Hamas vor zwei Wochen kamen laut palästinensischen Angaben 583 Palästinenser um. 3640 Menschen hätten bei Angriffen Verletzungen erlitten. Im Gazastreifen leben rund 1,8 Millionen Menschen. Bis zu 200'000 sind nach palästinensischen Angaben in dem abgeriegelten Küstenstreifen auf der Flucht.

Auf israelischer Seite übersteigt die Zahl der Toten bereits die Verluste bei der Operation «Gegossenes Blei», die im Januar 2009 endete. Damals waren zehn Soldaten und drei Zivilisten getötet worden, heute sind es bereits 27 Soldaten und zwei Zivilisten.

Situation «weitaus schwieriger als 2012»

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Aussenminister John Kerry halten sich für einen neuerlichen Anlauf zur Vermittlung einer Waffenruhe in Kairo auf. Die Aussichten sind jedoch bescheiden. Die «New York Times» zitierte namentlich nicht genannte US-Beamte mit der Aussage, dass die Situation zur Zeit weitaus schwieriger als beim Gaza-Konflikt im Jahr 2012 sei, als die damalige Aussenminister Hillary Clinton ein Ende der Feindseligkeiten auf dem Verhandlungsweg erreicht hatte.

«Bemühungen um eine Waffenruhe werden dieses Mal in mancher Hinsicht schwieriger sein, als 2012», sagte ein Ansprechpartner aus dem US-Aussendepartement der Zeitung. Die Region sei heute stärker zerrissen.

«Gewisse Fortschritte»

Neben den Bemühungen internationaler Vermittler erörterten auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Führer der Hamas-Exilorganisation, Chaled Maschaal, in der katarischen Hauptstadt Doha Möglichkeiten für einen Waffenstillstand. Palästinensische Führungskräfte sprachen von gewissen Fortschritten, wiesen aber darauf hin, dass eine Einigung zwischen Israel und der Hamas weiterhin nicht in Reichweite sei.

Ein palästinensischer Fernsehbericht über eine fünfstündige humanitäre Feuerpause am Dienstag sei von arabischer Seite gegenüber der Zeitung «Times of Israel» dementiert worden. Das israelische Onlineportal «Ynet» hatte unter Berufung auf den der radikalen Gruppierung Islamischer Jihad nahestehenden Fernsehsender berichtet, die Waffenruhe solle am Dienstag um 10.00 Uhr beginnen.

sda/AP/AFP/rub

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