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Liberia fordert «Marshall-Plan» gegen Ebola

Auch wenn die Zahl der Ebola-Infektionen rückläufig ist – der von der Epidemie angerichtete wirtschaftliche Schaden sei nachhaltig, und könne nur mit «wesentlichen» Ressourcen behoben werden.

Gemeinsam gegen Ebola: Der Präsident von Guinea, Alpha Conde, die liberische Präsidentin, Ellen Johnson Sirleaf, EU-Kommissar, Christos Stylianides, der Präsident von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, und der kongolesische Präsident, Denis Sassou Nguesso, an der Ebola-Pressekonferenz in Brüssel (von links nach rechts). (3. März 2015)
Gemeinsam gegen Ebola: Der Präsident von Guinea, Alpha Conde, die liberische Präsidentin, Ellen Johnson Sirleaf, EU-Kommissar, Christos Stylianides, der Präsident von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, und der kongolesische Präsident, Denis Sassou Nguesso, an der Ebola-Pressekonferenz in Brüssel (von links nach rechts). (3. März 2015)
Thierry Charlier, AFP

Liberia hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern in Westafrika beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaftssysteme mit einer Art «Marshall-Plan» zu helfen. Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf sagte bei einer Konferenz zu Ebola in Brüssel, man brauche weitere Unterstützung der internationalen Partner, auch wenn die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen in Liberia, Guinea und Sierra Leone deutlich zurückgegangen ist.

Der Wiederaufbau der Wirtschaften, die durch den Ebola-Ausbruch zerstört worden seien, sei eine langwierige und kostspielige Angelegenheit, sagte sie. Die wichtigste nachhaltige Antwort auf Ebola beruhe auf Plänen und Strategien für eine wirtschaftliche Erholung. Das werde wesentliche Ressourcen erfordern, «vielleicht sogar einen Marshall-Plan». Damit bezog sie sich auf den umfassenden US-Plan, der Europa bei der Erholung nach dem Zweiten Weltkrieg half.

Epidemie schwächte Wirtschaft

Die Zahl der von der Seuche getöteten Menschen nähert sich der 10'000. Der Ausbruch des Ebola-Virus konzentriert sich auf ein Gebiet in Westafrika, das in etwa die Grösse Frankreichs und eine Bevölkerung von etwa 20 Millionen hat. Es gibt nur eine eingeschränkte Infrastruktur in der Gegend. Die Ebola-Epidemie hat die ohnehin fragilen Wirtschaften Guineas, Liberias und Sierra Leones geschwächt. «Wir reden über einen Marshall-Plan, weil Ebola wie ein Krieg ist», sagte der Präsident von Guinea, Alpha Condé.

International wurden rund 4,9 Milliarden Dollar für die Bemühungen gegen Ebola zugesagt, doch nur etwa 2,4 Milliarden wurden auch ausbezahlt. Doch wurden auch wichtige Fortschritte im Kampf gegen Ebola erzielt. So ist die Zahl neuer Fälle auf etwa 100 pro Woche gesunken – auf dem Höhepunkt der Epidemie im August und September waren es noch 800 bis 900.

Neue Finanzzusagen wurden an der Konferenz in Brüssel nicht erwartet. Das Vorgehen gegen Ebola soll aber bei weiteren internationalen Zusammenkünften wie der Frühjahrstagung der Weltbank Mitte April Thema sein.

Am 20. und 21. Juli will die Afrikanische Union eine Konferenz zum Wiederaufbau in Äquatorialguinea organisieren, wie der Sozialkommissar der Regionalorganisation, Mustapha Sidiki Kaloko, ankündigte. Bei dem Treffen in der Hauptstadt Malabo soll es um Investitionen in Gesundheitssysteme und die Vorbereitung auf ähnliche Ausbrüche gehen.

Das schlimmste sei noch nicht vorbei

Experten und Beamte warnen dennoch, dass die Beseitigung der verbliebenen Fälle eine grosse Herausforderung darstelle. «Wir sollten nicht glauben, dass das Schlimmste vorbei ist». Das hat die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini zur Eröffnung einer internationalen Ebola-Konferenz in Brüssel vor mehr als 600 Delegierten gesagt. Auf der von der Europäischen Union anberaumten Konferenz nahmen auch Vertreter der USA, Kubas, Chinas, der UNO und der Weltbank teil.

Es sei das erste Mal seit Beginn der Epidemie vor rund einem Jahr, dass «alle Akteure» auf höchster Ebene zusammenkämen, sagte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.

(SDA)

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