Libyens Regierungschef kündigt Rücktritt an

Libyens Ministerpräsident Abdullah al-Thani will am Sonntag dem Parlament seine Demission einreichen. Seinen Abgang gab er im Fernsehen bekannt.

17 Monate im Amt: Abdullah al-Thani dient seinem Land seit März 2014 als Ministerpräsident. (16. November 2013) Foto:

17 Monate im Amt: Abdullah al-Thani dient seinem Land seit März 2014 als Ministerpräsident. (16. November 2013) Foto:

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Chef der international anerkannten libyschen Regierung, Abdullah al-Thani, hat laut einem Agenturbericht seinen Rücktritt angekündigt. Die amtliche Nachrichtenagentur Lana berichtete am Mittwoch, der Ministerpräsident habe am Dienstagabend bei einer Live-Sendung im libyschen Fernsehen gesagt, er werde am Sonntag seinen Rücktritt beim Parlament einreichen.

In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Im östlichen Tobruk sind das international anerkannte Parlament und dessen Regierung ansässig, während sich in Tripolis das nicht anerkannte Gegenparlament und eine islamistische Regierung befinden.

Am Dienstag hatten die rivalisierenden Lager in Libyen ihre Verhandlungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit wieder aufgenommen. Alle wichtigen Vertreter seien bei der neuen Verhandlungsrunde in Genf zugegen gewesen, sagte der UN-Sondergesandte für Libyen, Bernadino León. Er legte einen ambitionierten Zeitplan vor, der eine umfassende Einigung mit dem Ziel der Bildung einer Einheitsregierung noch vor der UN-Vollversammlung im September vorsieht. Im Juli war bereits ein Teil-Abkommen geschlossen worden, dass jedoch vom Parlament in Tripolis boykottiert wurde. (hae/AFP)

Erstellt: 12.08.2015, 03:36 Uhr

Artikel zum Thema

«Es ist ein Racheurteil gegen den Ghadhafi-Clan»

Was verändert das Todesurteil gegen Saif al-Islam in Libyen? Warum wurde er nicht nach Den Haag ausgeliefert? Antworten gibt Nahost-Experte Michael Lüders. Mehr...

Saif al-Islam zum Tod verurteilt

Der Sohn Ghadhafis und acht weitere Männer sollen durch ein libysches Erschiessungskommando hingerichtet werden. Mehr...

Libyen ist am Ende

Aus «humanitären Gründen» griff die Nato 2011 in Libyen ein. Doch keiner der Träume für das Land hat sich erfüllt – im Gegenteil. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...