Libyens Regierungstruppen starten Gegenoffensive

Die Truppen des abtrünnigen Generals Haftar sind bis vor die Hauptstadt Tripolis vorgerückt – jetzt reagiert die international anerkannte Regierung.

Soldaten der Haftars «Libysch Nationalen Armee» (LNA) rücken in Bengasi aus, um die Truppen vor Tripolis zu unterstützen. (7. April 2019)

Soldaten der Haftars «Libysch Nationalen Armee» (LNA) rücken in Bengasi aus, um die Truppen vor Tripolis zu unterstützen. (7. April 2019) Bild: Esam Omran al-Fetori/Reuters

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Als Reaktion auf den Vormarsch der Kämpfer des abtrünnigen Generals Khalifa Haftar haben die Truppen der nationalen Einheitsregierung in Libyen eine Gegenoffensive gestartet.

Die Operation «Vulkan des Zorns» habe das Ziel, alle libyschen Städte von illegalen Kräften zu «säubern», erklärte der Militärsprecher der Regierungsanhänger, Mohammed Gnunu, am Sonntag in Tripolis. Die Streitkräfte würden mit «eiserner Faust» gegen jeden vorgehen, der denke, die Einheit und Sicherheit Libyens anzugreifen.

Rivalisierende Regierungen

Haftars Truppen wiederum teilten mit, sie hätten in Vororten von Tripolis Luftangriffe gegen «bewaffnete Milizen» geflogen. Damit hätte das Leben von Zivilisten beschützt werden sollen, erklärte die Medienabteilung der Anhänger des Generals.

Haftars Truppen versuchen seit Donnerstag, auf die Hauptstadt Tripolis vorzurücken, wo die international anerkannten Regierung von Fayez al-Sarraj ihren Sitz hat. Der General will Tripolis einnehmen und das gespaltene Land unter seine Führung bringen.

Die Sarraj-Regierung konkurriert bereits seit langem mit einer rivalisierenden Regierung im Osten Libyens, die mit Haftar verbunden ist. Die G7-Staaten hatten am Samstag insbesondere Haftar aufgerufen, die Eskalation zu beenden. Auch Russland forderte einen Dialog. (sep/sda)

Erstellt: 07.04.2019, 14:58 Uhr

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